Nordkoreas Diktator Kim mit seiner Frau Ri Sol-ju | Bildquelle: dpa

Diktator Kim lässt offenbar Waffen bereit machen Nordkorea droht mit Atomschlag

Stand: 04.03.2016 09:52 Uhr

Erneute Drohgebärde aus Pjöngjang: Nordkoreas Diktator Kim hat befohlen, die Atomwaffen des Landes für einen Einsatz bereit zu machen, so dass sie "jederzeit abgeschossen werden können." Damit reagiert das kommunistische Regime auf die verschärften UN-Sanktionen.

Nordkoreas Staatsführung hat angeordnet, das Atomwaffenarsenal des Landes bereit zum sofortigen Einsatz zu machen. Machthaber Kim Jong Un habe den Befehl dazu erteilt, berichtete die offizielle nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Die Atomsprengköpfe müssten "in Bereitschaft" sein, "so dass sie jederzeit abgeschossen werden" könnten, sagte Kim.

Das Militär bereite sich auf Präventivschläge vor. Die derzeitige Lage sei sehr heikel. "Der einzige Weg, um die Souveränität unserer Nation und ihr Recht auf ihre Existenz unter der derzeitigen extremen Situation zu verteidigen, ist eine Stärkung der Atomstreitmacht sowohl in Qualität als auch in Quantität", wird Kim von KCNA zitiert.

Südkorea kündigt "strenge Bestrafung" an

Südkorea kündigte eine entschiedene Reaktion auf die Atomwaffendrohungen an. "Wenn Nordkorea uns provoziert, dann müssen wir mit einer strengen Bestrafung antworten, um ganz deutlich zu zeigen, welchen Preis Nordkorea wird zahlen müssen", sagte Präsidentin Park Geun Hye in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache vor Soldaten. Der Führung in Pjöngjang müsse klar gemacht werden, "dass sie nicht überleben wird, wenn sie ihr Atomprogramm nicht aufgibt", drohte Park.

Verschärfte Sanktionen ...

Erst am Mittwoch hatte der UN-Sicherheitsrat eine Resolution verabschiedet, die eine drastische Verschärfung der Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang nach einem jüngsten Atom- und einem Raketentest vorsieht. 

Mit den Stimmen Chinas und Russlands beschloss das Gremium einstimmig, unter anderem die Exportbeschränkungen für Nordkorea drastisch zu verschärfen. Dabei geht es auch um die Kontrolle sämtlicher Frachtlieferungen. Ziel ist es, dem Regime die Finanzierung seiner Atom- und Raketenprogramme weiter zu erschweren. Weder Kohle noch Eisen, Eisenerz, Gold, Titan oder seltene Erden dürfen dem Land noch abgekauft werden. Treibstoff für Flugzeuge oder für Raketen darf nach der Verschärfung nicht mehr geliefert werden.

... und eine Reaktion aus Pjöngjang

Nur Stunden nach der UN-Entscheidung hatte der kommunistische Staat nach Angaben Südkoreas sechs Kurzstreckenraketen abfeuert, die nach einer Flugstrecke von 100 bis 150 Kilometer ins Meer stürzten.

Atom-Drohung aus Nordkorea - die USA bleiben gelassen
S. Fritz, ARD Washington
04.03.2016 07:09 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. März 2016 um 09:00 Uhr.

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