Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un | Bildquelle: dpa

Vor Gipfel mit Südkorea Nordkorea setzt Atomprogramm aus

Stand: 21.04.2018 09:56 Uhr

Kurz vor einem Gipfeltreffen mit Südkoreas Präsident Moon hat Nordkorea seine Atom- und Raketentests ausgesetzt. Ein Testgelände solle geschlossen werden, teilte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA mit.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat nach Angaben von Staatsmedien die Aussetzung der Atom- und Raketentests seines Landes angekündigt. Zudem solle der Betrieb einer nuklearen Testanlage im Nordosten des Landes eingestellt werden, berichtete die amtliche nordkoreanische Agentur KCNA.

Die Entscheidung dazu sei bei einer Vollversammlung des Zentralkomitees der nordkoreanischen Regierungspartei gefällt worden. Bei dem Treffen sollte eine "neue Ära" der Politik debattiert werden.

"Vom 21. April an wird Nordkorea Atomtests und den Start von ballistischen Interkontinentalraketen stoppen", so der KCNA-Bericht. Kim erklärte demnach, sein Land benötige keine weiteren Atomtests und Tests für Interkontinentalraketen mehr. Die Atombewaffnung sei erfolgreich abgeschlossen worden.

Ein Mann schaut auf einen Bildschirm, auf dem der Raketenabschuss übertragen wird. | Bildquelle: dpa
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Im September testete Nordkorea Raketen, die nach eigenen Angaben das US-Festland erreichen könnten.

Neuer Schwerpunkt: "Wirtschaftliches Wachstum"

Die Schließung der Atomanlage solle dazu dienen, den Willen zur Aussetzung von Atomtests zu bekräftigen, so KCNA. In der Anlage hatte Nordkorea seit 2006 sechs Atomwaffentests unternommen.

Außerdem wurde ein Wechsel des politischen Kurses angedeutet, mit dem sich das isolierte Land künftig stärker auf die Entwicklung der - auch durch internationale Sanktionen - geschwächten Wirtschaft konzentrieren wolle. Das weitgehend isolierte Land kündigte an, es wolle im Dialog mit der internationalen Gemeinschaft Frieden und wirtschaftliches Wachstum erreichen.

Gipfeltreffen in wenigen Tagen

Südkorea begrüßte den Schritt Nordkoreas. Dies sei ein "bedeutender Fortschritt" hin zur nuklearen Abrüstung auf der Koreanischen Halbinsel, teilte ein Mitarbeiter des Präsidentenbüros mit. Die Aussichten auf erfolgreiche Gespräche zwischen Seoul, Pjöngjang und Washington würden dadurch verbessert, sagte er.

Die Ankündigung Nordkoreas erfolgt knapp eine Woche vor dem Gipfeltreffen des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In mit Kim Jong Un, das am kommenden Freitag im Grenzort Panmunjom stattfinden soll.

Seit dem Ende des Korea-Kriegs 1953 gab es bisher zwei innerkoreanische Gipfel. Die Treffen fanden im Juni 2000 und im Oktober 2007 jeweils in Pjöngjang statt.

Südkoreas Präsident Moon und Nordkoreas Machthaber Kim | Bildquelle: AP
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Nordkoreas Machthaber Kim und Südkoreas Präsident Moon wollen sich in der kommenden Woche treffen.

Annäherung durch Olympia

Nordkorea hatte in den vergangenen Jahren sein Atom- und Raketenprogramm massiv vorangetrieben und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen. Im vergangenen Jahr nahm Nordkorea seinen sechsten und bislang stärksten Atomtest vor, zudem testete Pjöngjang Raketen, die US-Staatsgebiet treffen könnten.

Seit Anfang des Jahres näherten sich beide Staaten einander an. Nachdem Nordkorea zu den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang im Februar hohe Delegationen geschickt hatte, einigten sich beide Seiten auf das Treffen zwischen Kim und Moon.

Nordkorea setzt Atom- und Raketentests aus
tagesschau24 09:00 Uhr, 21.04.2018, Uwe Schwering, ARD Tokio

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Trump lobt "gute Nachricht" aus Pjöngjang

Auch im Konflikt zwischen den USA und Nordkorea hatte es zuletzt Annäherungen gegeben. Am Mittwoch wurde bekannt, dass der CIA-Chef und designierte US-Außenminister Mike Pompeo von Machthaber Kim empfangen worden war.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
North Korea has agreed to suspend all Nuclear Tests and close up a major test site. This is very good news for North Korea and the World - big progress! Look forward to our Summit.

Geplant ist auch ein Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Trump sagte am Mittwoch, das Treffen könne Anfang Juni stattfinden. Vielleicht komme es aber auch gar nicht zustande. Dies hänge vom Ergebnis der Vorgespräche zwischen Nord- und Südkorea ab. Derzeit gebe es aber "viel guten Willen".

Trump reagierte umgehend auf die Ankündigungen aus Nordkorea. "Das ist eine sehr gute Nachricht für Nordkorea und die Welt", schrieb der US-Präsident bei Twitter. Er freue sich auf das gemeinsame Treffen mit Kim. 

Auch China begrüßte die Ankündigung Nordkoreas. Dies werde einen Beitrag dazu leisten, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel abzubauen und eine atomare Entwaffnung voranzutreiben, erklärte das Außenministerium in Peking.

Japan bleibt skeptisch

Japans Regierung reagierte hingegen mit Skepsis. Zwar sei der von Pjöngjang proklamierte Kurswechsel ein Schritt nach vorne, sagte Regierungschef Shinzo Abe vor Journalisten. Es müsse aber genau beobachtet werden, ob dieser Schritt auch wirklich "zur verifizierbaren und unwiderruflichen Zerstörung der Bestände von Atom- und Massenvernichtungswaffen führt".

Verteidigungsminister Itsunori Onodera wies zudem darauf hin, dass in der Erklärung Nordkoreas nur auf den Teststopp für ballistische Langstreckenraketen Bezug genommen werde - nicht aber auf Tests mit Kurz- und Mittelstreckenraketen, in deren Reichweite sich Japan und Südkorea als Nachbarstaaten befinden. Deshalb sei die Erklärung "unbefriedigend" und "unzureichend".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. April 2018 um 02:59 Uhr.

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