Ein US-Militärfahrzeug transportiert Teile des THAAD-Raketenabwehrsystems | Bildquelle: AFP

Nordkorea-Krise USA bauen Raketenabwehr aus

Stand: 06.09.2017 15:09 Uhr

Südkoreas Präsident Moon hat vor einer "unvorhersehbaren" Entwicklung der Nordkorea-Krise gewarnt. Gleichzeitig treibt Südkorea den Aufbau des Raketenabwehrsystems THAAD durch die USA voran - und Russland zeigt Südkorea die kalte Schulter.

Das US-Militär stellt in Südkorea weitere Abschusseinrichtungen für das Raketenabwehrsystem THAAD auf. Die vier Startgeräte würden von morgen an installiert, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit.

Gleichzeitig versucht Südkorea, den wirtschaftlichen Druck auf Nordkorea durch zusätzliche Sanktionen zu erhöhen.

Abfuhr durch Russland

Wirtschaftliche Strafmaßnahmen seien keine Lösung, um die Entwicklung von Atomwaffen und Raketen in Nordkorea zu stoppen, sagte der russische Präsident Wladimir Putin nach Gesprächen mit seinem südkoreanischen Kollegen Moon Jae In. Moon sagte, er sei sich mit Putin aber einig, dass Nordkorea mit seinem Rüstungsprogramm den falschen Weg eingeschlagen habe.

Südkoreas Präsident Moon | Bildquelle: AFP
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Südkoreas Präsident Moon setzt in der Krise auf Sanktionen und auf die Militärpräsenz der südkoreanischen Schutzmacht USA.

Nordkorea hatte trotz zahlreicher UN-Beschlüsse am Sonntag zum sechsten Mal eine Kernwaffe getestet und behauptet, es handle sich um eine Wasserstoffbombe für Langstreckenwaffen, die das US-Festland erreichen könnten, die Schutzmacht Südkoreas.

Sanktionen träfen die Bürger

Moon forderte vor dem Treffen mit Putin in Wladiwostok zusätzliche Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea und sagte, die Situation könne außer Kontrolle geraten, sollte das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenprogramm nicht gestoppt werden. Putin stimmte zwar zu, dass Nordkoreas Rüstungsprogramm eine Bedrohung der Sicherheit sei, sagte aber, die von Moon geforderten Sanktionen träfen wohl vor allem einfache Nordkoreaner.

"Wir sollten nicht Gefühlen nachgeben und Pjöngjang in die Ecke stellen", sagte Putin auf einer Pressekonferenz. Alle sollten Zurückhaltung zeigen und Schritte vermeiden, die zu einer Eskalation und Spannungen führen könnten.

USA für mehr wirtschaftlichen Druck

Vor allem die USA pochen auf weitere Sanktionen. Das Regime in Pjöngjang warf der amerikanischen Regierung darum vor, eine feindselige Politik und dazu eine "hektische Sanktionskampagne" zu führen, auf die man mit "unserer eigenen Art der Gegenoffensive antworten" werde, hieß es von einem Ministeriumssprecher in den nordkoreanischen Staatsmedien.

Guterres bietet sich als Vermittler an

UN-Generalsekretär António Guterees hat in der verfahrenen Situation angeboten, persönlich zu vermitteln. Er wisse, sagt Guterres, der Einfluss der UN sei begrenzt, die Mittel der UN limitiert, aber er stehe zur Verfügung. Verhandlungen, fügte Guterres hinzu, könne es aber nur geben, wenn die Parteien auch verhandeln wollten.

Gleichzeitig warnte Guterres die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates vor einem Weltkrieg: "Wenn man sich die Geschichte des Ersten Weltkrieges anschaut, passierte alles Schritt für Schritt. Die eine Partei tat dieses, die nächste reagierte mit jenem. Und plötzlich stellten alle fest: Wir sind im Krieg." Dieses Risiko müsse in Bezug auf Nordkorea unbedingt vermieden werden, warnt Guterres.

Mit Informationen von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. September 2017 um 20:00 Uhr.

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