US-Außenminister Mike Pompeo und Parteifunktionär  Kim Yong Chol | Bildquelle: REUTERS

Gespräche zwischen USA und Nordkorea "Gierige Forderungen"

Stand: 07.07.2018 16:50 Uhr

Unterschiedlicher könnten die Bewertungen nicht sein: Nach seinem Besuch in Pjöngjang berichtete US-Außenminister Pompeo von Fortschritten. Nordkorea drohte hingegen mit dem Ende der Atomgespräche.

Zunächst schien es, als waren die Gespräche erfolgreich: Zwei Tage lang hatte US-Außenminister Pompeo in Nordkorea verhandelt und anschließend verkündet: In "fast allen zentralen Fragen" habe es Fortschritte gegeben.

"Gierige Forderungen"

In Nordkorea sieht man dies allerdings offenbar anders. Die US-Seite habe "gierige Forderungen" gestellt, erklärte das nordkoreanische Außenministerium laut einer Meldung der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. Die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete: Das Ergebnis der Gespräche sei "extrem beunruhigend", da die US-Seite einseitig auf einer kompletten, nachprüfbaren und unumkehrbaren Denuklearisierung Nordkoreas beharre. Der "entschlossene und feste" Vorsatz Nordkoreas, das Atomprogramm aufzugeben, könne dadurch in Gefahr geraten.

"Sehr produktiv"

Pompeo hatte in Pjöngjang insgesamt mehr als acht Stunden mit Kim Yong Chol, einem der engsten Mitarbeiter von Staatschef Kim Jong Un, beraten. Pompeo hatte danach erklärt, die Gespräche über die von Nordkorea zugesagte Denuklearisierung seien "sehr produktiv" verlaufen, wenn auch "an einigen Punkten noch Arbeit zu tun" sei.

Ein Team des US-Verteidigungsministerium soll am oder um den 12. Juli an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea Vertreter Pjöngjangs treffen und über die Rückführung der sterblichen Überreste amerikanischer Soldaten sprechen, die während des Koreakriegs getötet wurden, sagte Pompeo. Zudem werde bald auf Arbeitsebene über die Zerstörung der nordkoreanischen Testanlage für Raketentriebwerke gesprochen.

Es war Pompeos dritte Reise nach Pjöngjang seit April und die erste seit dem historischen Treffen von Trump und Kim Jong Un im Juni.

Machthaber Kim hatte dabei die vollständige Denuklearisierung seines Landes zugesagt. Genauere Definitionen, ein Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen wurden jedoch nicht genannt, weshalb die Vereinbarung als zu vage kritisiert wird. 

Pompeo in Pjöngjang - US-Außenminister in Nordkorea
Jürgen Hanefeld, ARD Tokio
07.07.2018 17:01 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Juli 2018 um 17:15 Uhr.

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