Südkoreanische ballistische Rakete bei einer Übung | Bildquelle: AP

Nach Nordkoreas Atomtest Trump will Südkorea aufrüsten

Stand: 05.09.2017 09:57 Uhr

Die USA und Südkorea wollen auf Nordkoreas jüngsten Atomtest mit größtmöglichem Druck reagieren. US-Präsident Trump sicherte Südkorea dafür Waffenverkäufe in Milliardenhöhe zu. Russlands Präsident Putin sprach sich unterdessen gegen härtere Sanktionen aus.

US-Präsident Donald Trump und sein südkoreanischer Kollege Moon Jae-in haben nach Angaben des Weißen Hauses in einem Telefonat "die große Bedrohung" unterstrichen, welche "die jüngste Provokation Nordkoreas für die gesamte Welt bedeutet". Sie seien sich einig gewesen, "den Druck auf Nordkorea maximal zu erhöhen, indem sie alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel anwenden". Außerdem sollen demnach die gemeinsamen militärischen Fähigkeiten weiter ausgebaut werden.

So will Trump massiv Waffen und militärische Ausrüstung an Südkorea liefern. Er sei bereit, Rüstungsverkäufe im Wert von "vielen Milliarden Dollar" zu genehmigen, sagte Trump laut US-Regierung nach dem Telefonat. Einzelheiten wurden nicht genannt. In den Jahren 2010 bis 2016 haben die USA laut dem Stockholmer Sipri-Institut Rüstungsgüter im Wert von fast fünf Milliarden Dollar an ihren Verbündeten Südkorea geliefert.

Das Weiße Haus bestätigte zudem Angaben aus Seoul, wonach Trump und Moon die Aufhebung der Nutzlast-Begrenzung für südkoreanische Raketen beschlossen haben. Seit 2001 galt für südkoreanische ballistische Raketen eine Obergrenze von 500 Kilogramm Nutzlast.

Lars-André Richter, Friedrich-Naumann-Stiftung, mit einer Einschätzung zu Nordkoreas Atomtest
Morgenmagazin, 05.09.2017

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Putin warnt vor "globaler Katastrophe"

Den Druck auf Nordkorea wird die internationale Gemeinschaft wahrscheinlich zunächst nicht mittels schärferer Sanktionen erhöhen können. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach sich gegen eine solche Maßnahme aus. Dies sei sinnlos, sagte Putin auf dem Treffen der BRICS-Länder - der fünf großen Schwellenländer - in China.

Schärfere Sanktionen hätten keinen Einfluss auf die Regierung in Pjöngjang, könnten stattdessen aber das Leiden der Bevölkerung deutlich vergrößern, so Putin. Zugleich forderte er alle Beteiligten dazu auf, im Atomkonflikt mit Nordkorea die Ruhe zu bewahren. Hysterie könne zu einer "globalen Katastrophe" führen.

Der russische Energieminister Alexander Nowak sagte, Russland versorge Nordkorea zwar noch mit Ölprodukten, die Volumina seien allerdings vollkommen unerheblich.

Weltweite Kritik nach Nordkoreas neuem Atomversuch

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte nach Angaben aus Pjöngjang am Sonntag eine Wasserstoffbombe getestet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen. Wasserstoffbomben sind ein Vielfaches stärker als herkömmliche atomare Sprengsätze. Der sechste Atomversuch Nordkoreas seit 2006 löste weltweit Kritik aus.

Binnen einer Woche wollen die USA nun verschärfte UN-Sanktionen gegen die Regierung in Pjöngjang durchsetzen. Zum Abschluss einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates sagte Washingtons UN-Botschafterin Nikki Haley in New York, sie werde dem Rat einen Katalog mit härteren Maßnahmen vorlegen. Darüber solle kommenden Montag abgestimmt werden. Angesichts möglicher weiterer Raketenstarts Nordkoreas sei höchste Eile geboten.

Haley wählte scharfe Worte bei der Beurteilung Nordkoreas: Sie hielt Staatsführer Kim Jong Un vor, er bettle um Krieg. Die USA wollten niemals Krieg. Aber die Geduld Amerikas sei nicht grenzenlos. Das hatte zuvor US-Verteidigungsminister James Mattis auch klar gemacht: Die USA würden jede Bedrohung ihres Territoriums oder der Verbündeten durch Nordkorea mit einer "massiven militärischen Reaktion" beantworten. Nordkoreas Atomprogramm sei weiter fortgeschritten und gefährlicher als je zuvor.

China: "Kühlen Kopf bewahren"

Auch China rief dazu auf, trotz neuer Provokationen aus Pjöngjang einen kühlen Kopf zu bewahren. Chinas UN-Botschafter Liu Jieyi mahnte vor dem Sicherheitsrat eine friedliche Lösung des Konfliktes an: "Wir werden niemals Chaos und Krieg auf der koreanischen Halbinsel erlauben." Alle an dem Konflikt beteiligten Seiten müssten einer weiteren Eskalation entgegenwirken.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte Moon die Solidarität Deutschlands zu. In einem Telefonat mit Trump warb sie für eine friedliche Lösung. Laut Regierungssprecher Steffen Seibert sagte sie zu, sich in der EU für schärfere Sanktionen gegen Nordkorea einzusetzen.

Militärübung Südkoreas als Reaktion

Südkorea setzte als Reaktion auf den Atomtest seine Demonstration militärischer Stärke fort. Kriegsschiffe hätten Schießübungen im Japanischen Meer durchgeführt, teilte die Marine mit. Zweck des Manövers sei es gewesen, sofort auf potenzielle Provokationen Nordkoreas antworten zu können. An den Übungen hätten unter anderem eine 2500-Tonnen-Fregatte, Raketenschiffe und Schnellboote teilgenommen. Von Mittwoch bis Samstag sollen weitere Marineübungen vor der Südküste der koreanischen Halbinsel erfolgen.

Bereits gestern hatte Südkoreas Militär als Reaktion auf den Atomtest einen Angriff mit Raketen auf das nordkoreanische Atomtestgelände im Nordosten des Nachbarlandes simuliert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. September 2017 um 05:30 Uhr.

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