Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un | Bildquelle: dpa

Nordkoreas Atombomben-Test Provokation mit Sprengkraft

Stand: 03.09.2017 22:42 Uhr

Nordkoreas Machthaber Kim hat mit dem angeblichen Wasserstoffbomben-Test die Welt provoziert. Das US-Verteidigungsministerium warnt nun bei Bedrohung vor einer massiven militärischen Antwort. Der UN-Sicherheitsrat plant eine Sondersitzung.

Nach dem angeblichem Test einer Wasserstoffbombe haben die USA Nordkorea mit einer militärischen Antwort auf jegliche Bedrohung gedroht. Washington werde jede Bedrohung seines Territoriums oder seiner Verbündeten durch Nordkorea mit einer "massiven militärischen Reaktion" beantworten, sagte Verteidigungsminister James Mattis. Gleichzeitig betonte der Verteidigungsminister, Ziel der USA sei nicht die "totale Vernichtung" Nordkoreas.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor eine militärische Reaktion nicht ausgeschlossen: "Wir werden sehen", antwortete Trump auf entsprechende Fragen in Washington.

Jan Philipp Burgard, ARD Washington, zu den Reaktionen auf Nuklearwaffentest
tagesthemen 22:55 Uhr, 03.09.2017

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Konflikt heizt sich seit Monaten auf

Nordkorea hat mit seinem bisher größten Atomwaffentest erneut die Welt provoziert. Machthaber Kim Jong Un ließ nach nordkoreanischen Angaben eine Wasserstoffbombe testen, die ein Vielfaches stärker ist als herkömmliche atomare Sprengsätze. Der sechste Atomversuch Nordkoreas seit 2006 löste weltweit scharfe Kritik aus.

Der Konflikt mit Nordkorea heizt sich seit Monaten auf. Am Dienstag hatte Nordkorea erneut eine Mittelstreckenrakete getestet. Die Rakete flog über den Norden Japans. Seither wird bereits über neue Sanktionen diskutiert. Peking spielt eine wichtige Rolle, weil rund 90 Prozent des Handels mit dem isolierten Land über China laufen.

Auch Kritik aus Peking

Die jüngsten Raketentests und der Atomtest haben aber auch Peking zunehmend frustriert. "Hören Sie auf mit fehlgeleiteten Aktionen, die die Situation verschlechtern", hieß es in einer Erklärung aus dem chinesischen Außenministerium.

Die USA erwägen nach Angaben von Trump nun auch einen Handelsstopp mit allen Ländern, die noch Geschäfte mit Nordkorea betreiben. Auf Twitter bezeichnete Trump Nordkorea als "Schurkenstaat", der eine Bedrohung für die USA darstelle und bei dem eine "Sprache der Beschwichtigung" nicht funktioniere.

Beben auch in Deutschland spürbar

Der Atomtest war der bisher stärkste Nordkoreas. Erste Hinweise gab ein Erdbeben der Stärke 6,3 im Nordosten, wo auch schon frühere Nuklearversuche unternommen worden waren. Das Beben war in Südkorea und in Nordostchina spürbar. Chinas Erdbebenamt meldete ein zweites Erdbeben der Stärke 4,6. Chinas Umweltbehörden konnten keine auffällige radioaktive Strahlung in den Grenzprovinzen messen.

Der mutmaßliche Wasserstoffbomben-Test war auch in Deutschland registriert worden. In einer Messstation im Bayerischen Wald seien elf Minuten und 36 Sekunden nach der Explosion seismische Signale der Explosion auf dem 8200 Kilometer entfernten nordkoreanischen Testgelände registriert worden, teilte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover mit.

China: Keine auffällige Radioaktivität gemessen

Ein anonymer US-Geheimdienstmitarbeiter sagte, es gebe keinen Grund, daran zu zweifeln, dass Nordkorea eine fortgeschrittene Nuklearwaffe getestet hat. Es werde aber etwas Zeit brauchen, um die Größe der Detonation und den Typ der Waffe zu analysieren.

Heftige internationale Reaktionen auf Nuklearwaffentest Nordkoreas
tagesthemen 22:55 Uhr, 03.09.2017, Sascha Storfner, ARD Peking

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UN-Sicherheitsrat kündigt Sondersitzung an

UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete den Test als "eine weitere schwerwiegende Verletzung" internationaler Abkommen. Nordkorea sei das einzige Land, das die Normen gegen Atomtests verletze, ließ er einen Sprecher mitteilen. Er rief die Führung Pjöngjangs dazu auf, sich an ihre internationalen Verpflichtungen zu halten und derartige Handlungen einzustellen.

Der UN-Sicherheitsrat kündigte an, am Montag zu einer Sondersitzung zusammenzukommen, um über eine Reaktion auf den jüngsten nordkoreanischen Atomtest zu beraten. Das Treffen finde auf Antrag der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Japans und Südkoreas statt, erklärten Diplomaten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. September 2017 um 13:15 Uhr.

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