Russlands Präsident Putin mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi. | Bildquelle: REUTERS

Reaktionen auf Raketentest Russland und China wollen vermitteln

Stand: 04.07.2017 17:09 Uhr

Dass der Raketentest Nordkoreas für Kritik sorgen wird, war abzusehen. Doch Russland und China versuchen es mit einem Kompromissvorschlag: Pjöngjang macht keine Tests mehr und die USA stellen ihre Militärübungen mit Südkorea ein. Doch wie wahrscheinlich ist der beidseitige Verzicht?

Allen Resolutionen und Warnungen der Vereinten Nationen zum Trotz setzt Nordkorea seine provokative Atompolitik fort. Nun hat das Regime in Pjöngjang erstmals eine Interkontinentalrakete erfolgreich getestet, wie das nordkoreanische Staatsfernsehen verkündete. Das Geschoss vom Typ Hwasong-14 habe eine Höhe von 2800 Kilometern erreicht und sein Ziel nach genau 39 Minuten Flugzeit präzise getroffen. Machthaber Kim Jong Un habe den Test persönlich überwacht.

Nach Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums flog die Rakete 900 Kilometer weit und etwa 40 Minuten in einer Höhe von weit über 2500 Kilometern, bevor sie vor Japan ins Meer stürzte.

Kim Jong Un beobachtet Raketenstart | Bildquelle: AP
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Diese Fernsehbilder zeigen Kim Jong Un angeblich ...

Kim Jong Un beobachtet Raketenstart | Bildquelle: AP
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... bei der Beobachtung des Raketenstarts.

Verzicht auf beiden Seiten zur Entspannung

Der Protestschrei folgte prompt - vor allem aus dem Nachbarstaat Südkorea und den USA. Besänftigendere Töne versuchen nun Russland und China anzuschlagen und präsentieren auch gleich eine Lösung, die zur Entspannung im Dauerkonflikt führen soll: Bei einem Treffen in Moskau schlugen der russische Präsident Wladimir Putin und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping vor, Nordkorea solle "als freiwillige politsche Entscheidung" sein Atom- und Raketenprogramm aussetzen. Dafür sollten die USA und Südkorea im Gegenzug auf gemeinsame militärische Manöver verzichten. Anschließend sollten beide Streitparteien sich in Gesprächen dazu verpflichten, keine Gewalt anzuwenden und künftig nicht mehr aggressiv zu reagieren.

Putin und Xi bilden Allianz vor dem G20-Gipfel
tagesthemen 22:15 Uhr, 04.07.2017, Golineh Atai, ARD Moskau

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"Hat der nichts besseres zu tun?"

Es ist ein Vorschlag, der vor allem auch von US-Präsident Donald Trump einen Kurswechsel erfordern würde. Immer klarer hatte er Machthaber Kim Jong Un als Reaktion mit militärischen Aktionen gedroht, notfalls eben auch im Alleingang. Nach dem jüngsten Raketentest allerdings appellierte Trump zunächst an China, Maßnahmen gegen Nordkorea zu ergreifen, um "diesen Unsinn" zu beenden.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
North Korea has just launched another missile. Does this guy have anything better to do with his life? Hard to believe that South Korea.....
Donald J. Trump @realDonaldTrump
....and Japan will put up with this much longer. Perhaps China will put a heavy move on North Korea and end this nonsense once and for all!

Auch Südkoreas Präsident Moon Jae In verurteilte den Raketentest als Provokation, die nicht hingenommen werden könne. Auch der japanische Regierungschef Shinzo Abe kritisierte Nordkorea scharf. Der jüngste Start zeige deutlich, dass die Gefahr wachse, sagte Abe.

War es wirklich eine Interkontinentalrakete?

Allgemein wird befürchtet, dass Nordkorea nach einer Rakete mit Atomsprengkopf strebt, die die USA erreichen kann. Anchorage in Alaska ist 6000 Kilometer von Pjöngjang entfernt. Der US-Raketenwissenschaftler David Wright erklärte, wenn die Angaben korrekt seien, hätte die jüngste Rakete möglicherweise eine maximale Reichweite von 6700 Kilometern und könnte damit Alaska erreichen.

Doch es gibt auch Zweifel, ob es sich beim jüngsten Test wirklich um eine Interkontinentalrakete gehandelt hat.

Die USA und Russland erklärten, es habe sich um eine Mittelstreckenrakete gehandelt. Laut russischem Verteidigungsministerium erreichte das Geschoss nur eine Höhe von 535 Kilometer und flog etwa 510 Kilometer weit, ehe es vor Japan ins Meer stürzte. Der Test habe keine Bedrohung dargestellt.

Auch Südkorea sprach zunächst von einer Mittelstreckenrakete. Später schwenkte die Regierung in Seoul jedoch um und schloss nicht mehr aus, dass es sich auch um eine Interkontinentalrakete gehandelt haben könnte.

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test ballistischer Raketen. Der Streit um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm gilt als einer der weltweit gefährlichsten Konflikte. 

Mit Informationen von Jürgen Hanefeld, ARD-Studio Tokio

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Juli 2017 um 17:00 Uhr.

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