Eine Flagge von Nordkorea | Bildquelle: REUTERS

Spannungen mit den USA Nordkorea nimmt US-Bürger fest

Stand: 23.04.2017 10:39 Uhr

Nordkorea hat offenbar einen US-Bürger festgenommen. Einem südkoreanischen Medienbericht zufolge wurde der Mann an seiner Abreise aus Pjöngjang gehindert. Er hatte in Nordkorea über mögliche Hilfsaktionen beraten.

Nordkorea hat der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge einen weiteren US-Bürger festgenommen. Demnach erfolgte der Zugriff der Behörden bereits am Freitag bei der Abreise des Mannes auf dem Internationalen Flughafen der Hauptstadt Pjöngjang.

Es handele sich um einen amerikanischen Staatsbürger mit koreanischen Wurzeln, der sich einen Monat lang in Nordkorea aufgehalten habe, um über Hilfsaktionen zu beraten. Der Mann Ende 50 sei ein früherer Professor der Yanbian-Universität für Wissenschaft und Technologie in China und in Hilfsprogramme für Nordkorea involviert gewesen.

Es wäre der dritte Amerikaner, der von der Regierung in Pjöngjang festgehalten wird: Im vergangenen Jahr wurde ein damals 21-jähriger Student aus Cincinnati zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt, nachdem er den Versuch gestanden hatte, ein Propagandatransparent zu stehlen. Ein gebürtiger Südkoreaner, der auch die US-Staatsbürgerschaft haben soll, verbüßt wegen Spionage eine zehnjährige Haftstrafe.

Aggressive Töne

Zuletzt haben sich die Spannungen zwischen den USA und dem international weitgehend isolierten Nordkorea deutlich verschärft. Nach Angriffsdrohungen der nordkoreanischen Führung ordnete US-Präsident Donald Trump an, dass ein Flugzeugträger in Gewässer vor der koreanischen Halbinsel fahren soll. Auf dem Weg dorthin findet aktuell ein gemeinsames Manöver mit Schiffen der japanischen Marine statt, wie die US-Marine erklärte.

Nordkorea reagierte auf die amerikanische Entsendung des Schiffes Richtung Nordkorea mit erneut aggressiven Tönen: Das eigene Militär sei gefechtsbereit und könnte den US-Flugzeugträger mit einem einzigen Angriff versenken, hieß es in einem Kommentar der staatlichen Zeitung "Rodong Sinmun".

US-Vizepräsident Mike Pence äußerte sich jüngst zuversichtlich, dass es nicht zu einer militärischen Konfrontation komme. Dazu könnte seinen Worten zufolge insbesondere das Eingreifen Chinas beitragen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. April 2017 um 11:00 Uhr.

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