Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un | Bildquelle: REUTERS

UN-Bericht über Zwangsarbeit im Ausland Kims unfreiwillige Devisenbeschaffer

Stand: 29.10.2015 05:28 Uhr

Nordkorea schickt laut UN Tausende Bürger ins Ausland, um durch deren Arbeit an Devisen zu kommen. Die Regierung handelt die Verträge mit den Firmen aus. Die Arbeiter hungern und schuften bis zu 20 Stunden am Tag. Die UN sprechen von Zwangsarbeit.

Nordkorea bedient sich nach Angaben der Vereinten Nationen perfider Methoden, um die internationalen Sanktionen gegen das Land zu umgehen und sich Devisen zu beschaffen. Die Regierung in Pjöngjang habe mehr als 50.000 Bürger zum Arbeiten ins Ausland geschickt, sagte UN-Sonderberichterstatter Marzuki Darusman bei einer Pressekonferenz in New York. Nordkorea bediene sich zunehmend dieser Methode, die Zwangsarbeit gleichkomme, um sich Devisen zu beschaffen.

Den Angaben zufolge erwirtschaften die Nordkoreaner, die vor allem nach Russland und China geschickt werden, umgerechnet bis zu zwei Milliarden Euro jährlich. Demnach arbeiten die Nordkoreaner vor allem auf dem Bau, im Bergbau, in der Holz- und in der Textilindustrie. Darusman warnte, die Firmen, die die Nordkoreaner beschäftigten, machten sich zu "Komplizen in einem inakzeptablem System der Zwangsarbeit".

Löhne von 120 bis 150 Dollar pro Monat

Die Arbeiter können demnach ihre Verträge mit den ausländischen Firmen nicht selbst aushandeln. Das übernehme vielmehr die Regierung in Pjöngjang. Die nordkoreanischen Arbeiter verdienten im Ausland im Durchschnitt nur 120 bis 150 Dollar pro Monat und bekämen nicht genug zu essen. Manchmal würden sie gezwungen, bis zu 20 Stunden am Tag zu arbeiten. Das Regime lasse die Arbeiter durch Sicherheitspersonal überwachen, erklärte Darusman.

Insgesamt habe es keine Verbesserung der Menschenrechtslage in Nordkorea gegeben, sagte der UN-Sonderberichterstatter. Die Führung unter Machthaber Kim Yong Un betreibe weiter eine große Zahl an Internierungslagern; Hinrichtungen im Schnellverfahren, Folter und willkürliche Verhaftungen seien an der Tagesordnung.

UN-Generalversammlung berät Menschenrechtsbericht

Die UN-Generalversammlung soll diese Woche über den jährlichen Bericht des Sonderberichterstatters zur Menschenrechtslage in Nordkorea beraten. Darusman erneuerte seinen Appell an den UN-Sicherheitsrat, den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen der Lage in Nordkorea anzurufen. Dies dürfte jedoch von der Vetomacht China verhindert werden.

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