DUP-Chefin Arlene Foster | Bildquelle: AFP

Wahlen in Nordirland Knapper Sieg für Protestanten

Stand: 04.03.2017 05:40 Uhr

Bei den Wahlen in Nordirland ist die protestantisch geprägte Unionistenpartei DUP nur äußerst knapp als stärkste Kraft bestätigt worden. Nach Auszählung aller Stimmen kommt sie auf 28 Sitze und liegt damit nur einen Sitz vor der republikanischen Partei Sinn Fein.

In Nordirland hat die pro-britische DUP mit einem knappen Vorsprung die Parlamentswahlen vor der katholisch-republikanischen Partei Sinn Fein gewonnen. Die protestantische DUP erzielte 28 Parlamentssitze, Sinn Fein kam auf 27 Mandate. Das Regionalparlament hat 90 Sitze.

Im Wahlkampf hatten sich beide Parteien einen heftigen Schlagabtausch geliefert. DUP-Chefin Arlene Forster schlug nun versöhnliche Töne an. "Lasst uns nun mit Hoffnung voranschreiten, der Hoffnung, dass Höflichkeit in unsere Politik zurückkehren kann."

Hohe Wahlbeteiligung

Mit 65 Prozent war die Wahlbeteiligung so hoch wie seit den ersten Wahlen in Nordirland nach dem Friedensabkommen 1998 nicht mehr. Zugleich kommen die Unionisten zum ersten Mal auf weniger als die Hälfte der Sitze. Weil sie zudem weniger als 30 Abgeordnete stellen, fällt ihnen kein Vetorecht mehr zu.

Die beiden Parteien haben nun drei Wochen Zeit, wieder eine gemeinsame Regierung zu bilden. Die Machtbalance zwischen den Vertretern der Unionisten und der Sinn Fein hat seit fast 20 Jahren den Frieden in der britischen Provinz erhalten. Sollte ihnen keine Einigung gelingen, würde das britische Parlament vorläufig wieder die Macht übernehmen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. März 2017 u.a. um 09:00 Uhr.

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