Preisträger des Physiknobelpreises 2015 | Bildquelle: AFP

Physik-Nobelpreis vergeben Nobelpreise für zwei Teilchenphysiker

Stand: 06.10.2015 12:53 Uhr

Den Nobelpreis für Physik teilen sich in diesem Jahr zwei Forscher, die sich mit den kleinsten Teilchen beschäftigen, die uns umgeben: den Neutrinos. Der Japaner Kajita und der Kanadier McDonald haben nachgewiesen, dass Neutrinos eine Masse besitzen - und damit eines der großen Rätsel der Physik gelöst.

Der diesjährige Nobelpreis für Physik geht an die Teilchenforscher Takaaki Kajita und Arthur B. McDonald. Das teilte die Königliche Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Die beiden Forscher werden für ihre Arbeiten im Bereich der Neutrinooszillation geehrt. Sie hätten die Schwingungen von Neutrinos nachgewiesen und damit gezeigt, dass die elektrisch neutralen Elementarteilchen eine Masse hätten, hieß es.

Erklärtafel zum Physiknobelpreis 2015 | Bildquelle: AFP
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Neutrinos durchströmen das All nahezu mit Lichtgeschwindigkeit - lassen sich aber nur schwer nachweisen.

Neutrinos durchströmen unsere Körper

Auch wenn die meisten Menschen vermutlich noch nie etwas von Neutrinos gehört haben, sind sie allgegenwärtig: Die winzigen Elementarteilchen entstehen ständig von neuem, etwa in der Sonne, und sausen nahezu mit Lichtgeschwindigkeit durch das Universum. "Jede Sekunde passieren Milliarden von Neutrinos unseren Körper", sagte Göran Hansson, Generalsekretär der Akademie. Da sie nicht elektrisch geladen sind, gehen sie einfach durch Materie hindurch, lassen sich aber kaum messen. Daher werden sie auch Geisterteilchen genannt.

Für über ein halbes Jahrhundert seien Physiker davon ausgegangen, dass diese Teilchen keine Masse haben. Doch Neutrinos könnten ihre Zustände verändern, und die Ergebnisse der beiden Wissenschaftler seien der Schlüssel für diese Erkenntnis gewesen, erläuterte Hansson.

Clas Oliver Richter, ARD Stockholm, zur Nobelpreisvergabe der Physik
tagesschau24 12:15 Uhr, 06.10.2015

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Ein neuer Blick auf Menschheit und Universum?

McDonald und Kajita hätten ein physikalisches Rätsel gelöst, das die Wissenschaft jahrzehntelang beschäftigt habe, erläuterte Hansson. Die beiden Physiker hätten gezeigt, dass Neutrinos ihre Identität ändern. Dies habe das Verständnis für die Wirkungsweise der Materie fundamental verändert und könne sich entscheidend auf das Bild der Menschheit vom Universum auswirken. Es geht dabei letztlich um die große Fragen, was nach dem Urknall passierte und wie sich der Kosmos in seiner heutigen Form entwickelte.

"Kaum zu glauben"

Nobelpreisträger Takaaki Kajita und Arthur McDonald | Bildquelle: REUTERS
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Glückliche Forscher: Kajita und McDonald

In einer ersten Reaktion zeigte sich Kajita überglücklich: Die Nachricht von der Auszeichnung sei "kaum zu glauben", sagte er. Kajita wurde 1959 geboren und ist Direktor des Instituts für kosmische Strahlenforschung an der Universität Tokio. Der 72-jährige McDonald war bis zu seiner Pensionierung Professor an der Queen's University in Kingston. "Wir sind sehr zufrieden, dass wir zum Wissen der Welt haben beitragen können", sagte der am Telefon zugeschaltete McDonald.

Der Physik-Nobelpreis wird seit 1901 vergeben. Die erste Auszeichnung erhielt der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen für die Entdeckung der "X-Strahlen", der später nach ihm benannten Röntgenstrahlen. Im vergangenen Jahr ging der Nobelpreis an die gebürtigen Japaner Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura für die Erfindung hocheffizienter Lichtquellen. Die blau leuchtenden Dioden ermöglichen helle und energiesparende LEDs.

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