Flaggen auf Halbmast an der Strandpromenade in Nizza

Reaktion auf Attentat von Nizza Patriotischer Appell an die Franzosen

Stand: 17.07.2016 12:44 Uhr

Nach dem verheerenden Attentat ist die Strandpromenade von Nizza wieder für Besucher geöffnet. Einige gedachten der 84 Opfer, während die französische Politik Freiwillige in die Reserven rief. Die Zahl der Verletzten stieg noch einmal.

Von Daniela Junghans, WDR, zzt. Nizza

12.000 Reservisten will die französische Regierung innerhalb weniger Tage mobilisieren. Sie sollen Veranstaltungen und Festivals schützen, die in diesen Tagen überall in Frankreich stattfinden.

"Tretet den Reserven bei"

Dafür gibt es zwar derzeit genügend Personal. Damit das aber so bleibt, hat Innenminister Bernard Cazeneuve die Franzosen aufgerufen, den bestehenden Reservisten-Gruppen bei Polizei und Gendarmerie beizutreten: "Wir stellen eine große Solidarität unserer Mitbürger fest, in einer Zeit, in der unser Land schweren Prüfungen durch den Terrorismus ausgesetzt ist", sagte er. "Deshalb möchte ich noch einmal alle patriotischen Franzosen aufrufen, dieser Reserve beizutreten, wenn sie es möchten."

Zuvor hatte Staatspräsident François Hollande die Franzosen zum Zusammenhalt aufgerufen. Doch längst nicht alle wollen ihm dabei folgen. Aus der Opposition kommt ganz offen Kritik an Hollandes Umgang mit dem Thema Sicherheit. Und Marine le Pen vom rechten Front National fordert den Rücktritt des Innenministers. Er habe versagt: "Dieses Attentat ist die Folge einer tödlichen Ideologie, die sich in unserem Land entwickeln darf: der islamische Fundamentalismus. Und es ist die Folge eines massiven Versagens des Staates bei seiner wichtigsten Aufgabe: dem Schutz unserer Bürger."

Auf den Spuren des Attentäters von Nizza
tagesthemen 23:42 Uhr, 17.07.2016, Annette Wagner/Stefan Schaaf, ARD Madrid

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In kurzer Zeit radikalisiert?

Unterdessen suchen die französischen Behörden weiter nach den Hintergründen der Tat. Auch wenn der "Islamische Staat" in einer Mitteilung von einem "Soldaten des IS" spricht, bleiben Zweifel. Denn der 31-jährige Tunesier galt nicht als besonders religiös, ganz im Gegenteil. Möglich aber, dass er sich erst vor kurzem radikalisiert hat, vielleicht sogar erst vor einigen Tagen. Innenminister Cazeneuve hält das für denkbar: "Es sieht so aus, als habe er sich sehr schnell radikalisiert. Zumindest sind das die Erkenntnisse, die wir erhalten haben aus den Aussagen der Menschen aus seinem Umfeld.“

Diskutiert wird in Frankreich aber auch über eine andere Möglichkeit: Der Täter von Nizza wird von Bekannten und Familienangehörigen als problematisch und gewalttätig beschrieben. Sein Vater berichtete von psychischen Problemen des Sohnes, sein Arzt bestätigte das.

Unterdessen wurden in Nizza zwei weitere Menschen festgenommen. Es handele sich um einen Mann und eine Frau, teilte die französische Staatsanwaltschaft mit. Bereits am Samstag wurden fünf Personen festgenommen - unter ihnen die Ex-Frau des Attentäters. Diese wurde allerdings wieder freigelassen, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise berichtet.

Zahl der Verletzten deutlich gestiegen

Der Mann war am späten Donnerstagabend mit einem Lkw in eine Menschenmenge gerast. Dabei hatte er 84 Personen getötet. Die Zahl der Verletzten war am Samstag noch einmal deutlich nach oben korrigiert worden, weil sich viele leichter verletzte Menschen nicht sofort in den Krankenhäusern gemeldet hatten. Derzeit gehen die Behörden von mehr als 300 Verletzten aus, 26 von ihnen schweben in Lebensgefahr.

Frankreich diskutiert nach Nizza-Anschlag über Reservistendienst
Daniela Junghans, WDR, zzt. Nizza
17.07.2016 00:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. Juli 2016 um 08:08 Uhr.

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