Irak mit Bagdad mit Nimrud und Mossul

Kampf gegen den IS Irakische Truppen erobern Nimrud zurück

Stand: 13.11.2016 11:54 Uhr

Den irakischen Truppen ist ein weiterer wichtiger Erfolg im Kampf gegen den IS gelungen. Sie eroberten nach eigenen Angaben die altorientalische Stadt Nimrud zurück. Nimrud war vor zwei Jahren in die Hände des "Islamischen Staates" gefallen.

"Die Truppen der Neunten Division haben die Stadt Nimrud vollständig befreit und die irakische Flagge gehisst", meldet das irakische Militär. Der "Islamische Staat" hatte die altorientalische Stadt vor zwei Jahren eingenommen. Die assyrische Ausgrabungsstätte rund 30 Kilometer südöstlich von Mossul war im vergangenen Jahr vom IS zerstört worden.

Mitte April 2015 hatte der IS ein Video veröffentlicht, in dem das Ausmaß der Zerstörung in der Ausgrabungsstätte aus dem 13. Jahrhundert vor Christus gezeigt wird. Das Video ließ erahnen, dass von der Stätte am Ufer des Tigris kaum noch etwas erhalten sein dürfte. Nimrud war einer der berühmtesten archäologischen Fundorte im Zweistromland, das wiederum oft als Wiege der Kultur beschrieben wird.

Vorwürfe gegen kurdische Kämpfer

Unterdessen gibt es Kritik an den kurdischen Truppen, die ebenfalls am Kampf gegen den IS beteiligt sind. Kämpfer der kurdischen Regionalregierung im Nordirak sollen laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch gegen Araber vorgegangen sein. Die Menschenrechtler werfen den kurdischen Einheiten vor, in den Provinzen Kirkuk und Ninive gezielt arabische Häuser und Dörfer zerstört zu haben, während die von Kurden verschont geblieben seien.

Den Angaben zufolge sollen die Zerstörungen in umstrittenen Gebieten Nordiraks stattgefunden haben. Die Kurden hätten versucht, diese Gebiete ihrer autonomen Region gegen den Willen der Zentralregierung in Bagdad einzuverleiben.

Es ist nicht das erste Mal, dass es derartige Vorwürfe gibt. Amnesty International hatte bereits vor einem Jahr ähnliche Anschuldigungen erhoben. Auch sunnitisch-arabische Politiker beschuldigten die Kurden mehrfach. Kurdische Behörden erklärten dagegen, sie achteten auf die Einhaltung von Menschenrechten. Es gebe keine Strategie zur Zerstörung arabischen Wohneigentums. Sie sagen, einige Dörfer, in denen die Bevölkerung an der Seite des IS gekämpft habe, hätten wegen der Intensität der Kämpfe schwere Zerstörungen erlitten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. November 2016 um 17:15 Uhr.

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