Silhouette eines Rauchers, der sich eine Zigarette anzündet. | Bildquelle: dpa

Pläne der US-Behörde FDA Bald weniger Nikotin in Zigaretten?

Stand: 29.07.2017 13:15 Uhr

Die US-Lebensmittel- und Medikamentenbehörde FDA will den Nikotingehalt in Zigaretten senken. Damit sollen die "hohen Todesraten" bekämpft werden, so FDA-Chef Gottlieb. Zigaretten seien durch die Mischung aus Nikotin und Chemikalien besonders tödlich.

Nach Berechnungen der US-Gesundheitsaufsicht sterben in den Vereinigten Staaten jährlich etwa 480.000 Menschen an den Folgen ihres Zigarettenkonsums. Dies Zahl will die US-Lebensmittel- und Medikamentenbehörde FDA deutlich senken und deshalb den Nikotingehalt von Zigaretten begrenzen. Die Behörde erwartet nun zunächst öffentliche Stellungnahmen von Tabakkonzernen und Verbraucherschützern, bevor sie sich zu möglichen Vorschriften für die Hersteller äußert.

FDA-Chef Scott Gottlieb sagte, die hohen Todesraten bei Rauchern seien auf den Suchtfaktor zurückzuführen. Zigaretten seien "das einzige legale Verbraucherprodukt, das die Hälfte aller Langzeitnutzer tötet".

Hauptursache für Krankheit und Tod

Nikotin mache sehr stark abhängig, so Gottlieb. In Kombination mit dem Mix aus Chemikalien in Zigaretten entstehe eine süchtig machende Mischung aus Krankheit und Tod.

Das Problem sei nicht nur das Nikotin, sondern die Darreichungsform Zigarette. Er habe sich als Arzt selbst um Krebspatienten gekümmert und aus erster Hand die Folgen des Tabakkonsums erlebt. Deshalb wisse er sehr genau, dass Zigaretten die Hauptursache für Erkrankungen und Tod in Zusammenhang mit Tabakkonsum seien.

E-Zigaretten unter Beobachtung

Gottlieb deutete zudem die Prüfung von E-Zigaretten beziehungsweise Verdampfern an. In den vergangenen Jahren seien viele Produkte auf den Markt gekommen. Diese dürften nicht auf eine junge Zielgruppe zugeschnitten sein - etwa durch spezielle Geschmacks- und Geruchsstoffe.

Börsen reagieren bereits

Als Reaktion auf die FDA-Ankündigung zum Nikotingehalt in Zigaretten stürzten die Kurse großer Hersteller an der New Yorker Wall Street ab. Die Aktien des Produzenten Altria mit den Marken Marlboro und Chesterfield verloren zwischenzeitlich 19 Prozent an Wert. An der Londoner Börse gab British American Tobacco um fast sieben Prozent nach.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. Juli 2017 um 12:45 Uhr.

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