Nikki Haley | Bildquelle: REUTERS

Haley soll für Trump zur UN Nicht alt, nicht männlich

Stand: 23.11.2016 19:02 Uhr

Männlich, älter und loyal im Wahlkampf. Fast alle, die bislang für einen wichtigen Posten unter Trump im Gespräch sind, haben das gemeinsam. Nun kommt eine Ausnahme: Nikki Haley - im Wahlkampf noch Trump-Kritikerin - soll UN-Botschafterin werden.

Von Rolf Büllmann, ARD-Studio Washington

Nikki Haley ist Gouverneurin des Staates South Carolina im Südosten der USA. Sie ist 2011 mit nur 38 Jahren in dieses Amt gewählt worden, und sie ist noch heute die jüngste unter den derzeit amtierenden Gouverneuren der USA. Angesichst dieser frühen Erfolge gilt sie schon länger als künftiger Star der Republikanischen Partei. Während des Vorwahlkampfes wurde sie immer wieder als potenzielle Vizepräsidentschaftskandidatin genannt.

Keine außenpolitische Erfahrung

In ihrer Zeit als Gouverneurin hat sie sich für niedrige Steuern und weniger Vorschriften sowie für einen intensiveren Kampf gegen illegale Einwanderung stark gemacht. Sie hat mit dafür gesorgt, dass die traditionell über dem Parlamentsgebäude von South Carolina wehende Konföderierten-Flagge aus dem Bürgerkrieg eingeholt wurde. Kurz zuvor waren in einer Kirche in Charleston neun Afroamerikaner von einem jungen Mann ermordet worden, der mit der Fahne für Fotos posiert hatte.

Nikki Haley und Marco Rubio | Bildquelle: AP
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Im Vorwahlkampf hatte Haley Marco Rubio unterstützt.

Außenpolitische Erfahrung hat Nikki Haley allerdings nicht. Und sie gilt auch nicht als Trump-Verbündete, im Gegenteil: Während des Vorwahlkampfes hatte sie ihn scharf kritisiert und zuerst Marco Rubio und nach dessen Ausscheiden aus dem Rennen Ted Cruz unterstützt.

Damit ist Haley die erste Trump-Kritikerin, der ein hochrangiger Posten in der künftigen Regierung angeboten wird. Und sie durchbricht als Tochter indischer Einwanderer die Reihe von älteren, weißen Männern, die bislang von Trump berufen wurden.

Wird Nikki Haley neue UN-Botschafterin unter Trump?
R. Büllmann, ARD Washington
23.11.2016 17:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. November 2016 um 19:00 Uhr

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