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Selbstmordanschlag in Nigeria
Mehrere Tote bei Attentat auf Kirche
Bei einem Selbstmordanschlag in Nigeria sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Ein Selbstmordattentäter steuerte während der Sonntagsmesse ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug im Norden des Landes in eine katholische Kirche und jagte es dort in die Luft.
Der Anschlag ereignete sich in Kaduna, einer Stadt mit christlicher und muslimischer Bevölkerung. Der Katastrophenschutz gab die Zahl der Opfer zuletzt mit acht an. Zudem habe es mehr als 100 Verletzte gegeben.
Weitere Menschen sterben bei Vergeltungsaktionen
Im Anschluss kam es in Kaduna zu Ausschreitungen, bei denen mindestens zwei weitere Menschen starben. Mit Macheten und Stöcken griffen vorwiegend junge Christen Menschen an, die sie für Muslime hielten. Nahe der Kirche prügelten Angreifer auf den Fahrer eines Motorradtaxis ein und klemmten ihn unter seiner Maschine ein. Dann übergossen sie ihn mit Benzin und zündeten ihn an.
Aufgebrachte christliche Jugendliche zogen durch die Straßen, bewaffnet mit Knüppeln und Messern. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters sah zwei Leichen in Blutlachen liegen. Ein Jugendlicher mit blutigem T-Shirt rief: "Wir haben sie getötet, und wir werden noch mehr tun!" Die Polizei errichtete Straßensperren und patrouillierte durch die Stadt, um weitere Gewalt zu verhindern.
Ähnliche Anschläge von Boko Haram verübt
Zunächst bekannte sich niemand zu dem Attentat. Ähnliche Anschläge in der Vergangenheit waren der Extremistengruppe Boko Haram zugeschrieben worden. Im Juni bekannten sich die Islamisten zu drei Selbstmordanschlägen gegen Kirchen in dem Bundesstaat, die zu tödlichen Ausschreitungen führten.
Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Der Anteil von Christen und Muslimen ist weitgehend ausgeglichen, allerdings gibt es regionale Unterschiede: Der Islam dominiert den Norden, das Christentum den Süden. Boko Haram will im Norden einen muslimischen Staat errichten, in dem die Scharia befolgt wird. Die wichtigsten Ölfelder von Afrikas größtem Produzenten befinden sich im Süden des Landes.
Stand: 28.10.2012 21:08 Uhr
