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Anschlagsserie in Nigeria

Islamisten töten mindestens 120 Menschen

Erneut haben Extremisten in Nigeria verheerende Anschläge verübt. Bei einer Serie von Explosionen in der Stadt Kano kamen mehr als 120 Menschen ums Leben. Die islamistische Sekte Boko Haram bekannte sich zu der Tat. Sie sprach von einer Vergeltungsaktion für Verhaftungen einiger ihrer Mitglieder.

Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat

Brennendes Polizeihauptquartier in Kano
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Das Polizeihauptquartier und andere Polizeistationen waren das Ziel der Anschlagsserie.

Bei einer Serie von Bombenanschlägen sind im Norden Nigerias zahlreiche Menschen getötet worden. Rettungskräfte in der Stadt Kano meldeten bislang mehr als 120 Leichen. In einigen Vierteln dauere die Bergung der Opfer noch an. Ein Reporter der BBC berichtete, er habe allein im größten Krankenhaus der Stadt mehr als 150 Tote gezählt.

Kano, die nach Lagos zweitgrößte Stadt Nigerias, war am späten Freitagabend von mindestens 20 koordinierten Explosionen erschüttert worden. Ziele waren vor allem das Polizeihauptquartier und weitere Polizeistationen. Mindestens zwei der Anschläge sollen von Selbstmordattentätern verübt worden sein. Augenzeugen berichten, nach den Detonationen habe es an mehreren Orten auch Schießereien gegeben. Bis zum Morgen standen zahlreiche Gebäude in Flammen. Noch immer sind Rauchsäulen über der Stadt zu sehen. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre.

Offenbar mehr als 120 Tote nach Anschlägen
A. Göbel, ARD Rabat
22.01.2012 04:24 Uhr

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Boko Haram bekennt sich zu Anschlägen

Verletzte werden nach Anschlag weggetragen
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Bei den Anschlägen kamen mehr als 120 Menschen ums Leben.

Zu den Angriffen bekannte sich inzwischen die islamistische Sekte Boko Haram. In den vergangenen Wochen und Monaten hatte sie wiederholt Anschläge verübt. Seit den Weihnachtstagen sind bei zahlreichen Bombenanschlägen und Überfällen auf christliche Kirchen Dutzende von Menschen getötet und viele verletzt worden. Nach Informationen des nigerianischen Fernsehens bezeichnete ein Boko-Haram-Sprecher die Attentate von Kano als Vergeltungsmaßnahmen - nach Verhaftungen von Mitgliedern der Terrororganisation.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilte die Anschläge als "große Gefahr für den inneren Frieden" in Nigeria. "Alle Verantwortlichen seien dringend aufgerufen, das Recht auf freie Religionsausübung und religiöse Toleranz entschieden zu verteidigen", erklärte Westerwelle in Berlin. Extremistengruppen müsse "so schnell wie möglich das Handwerk gelegt werden".

Nigerias Präsident Goodluck Jonathan hatte Anfang des Jahres vorübergehend den Ausnahmezustand über vier Regionen verhängt und die Grenzen zu Nachbarländern schließen lassen. Vor drei Wochen hatten die Islamisten den Christen im Norden Nigerias ein Ultimatum gestellt. Sie sollten innerhalb von drei Tagen die Region verlassen.

Tausende aus Nordnigeria geflohen

Boko Haram will in Nigeria das islamische Recht der Scharia einführen und kämpft seit Jahren gegen die Zentralregierung in Abuja. Die Mitglieder bezeichnen sich als Taliban Nigerias und lehnen den westlichen Lebensstil ab. Nach Angaben des Roten Kreuzes flohen bislang mindestens 10.000 Christen aus dem Norden.

Nigeria ist mit 160 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Afrikas. Der Norden des westafrikanischen Landes ist mehrheitlich von Muslimen bewohnt, während im ölreichen Süden die Christen in der Mehrheit sind.

Stand: 21.01.2012 20:29 Uhr

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