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In Nigeria nimmt der Konflikt zwischen Islamisten und Christen an Schärfe zu. Seit dem Ablauf eines Ultimatums, das die islamistische Sekte Boko Haram den Christen im Norden des Landes gestellt hatte, kommt es täglich zu Anschlägen. In der Nacht wurden erneut mindestens 13 Menschen getötet.
Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat
In Nigeria machen islamistische Fanatiker weiter Jagd auf Christen. Nach Polizeiangaben wurden bei Anschlägen im Osten des Landes in der Nacht mindestens 13 Menschen getötet.
Im Bundesstaat Adamawa hätten mutmaßliche Kämpfer der islamistischen Sekte Boko Haram eine Kirche gestürmt und während eines Gottesdienstes acht Gläubige erschossen. Im benachbarten Bundesstaat Yobe sei es zu einer Schießerei zwischen Mitgliedern der Sekte und der Polizei gekommen. Ein Polizeisprecher sagte, maskierte Angreifer hätten mit Schusswaffen und Sprengsätzen ein Polizeigebäude attackiert. Nach Zeugenaussagen hätten sie dabei laut "Allahu akbar" ("Gott ist groß") gerufen.
Erst am Freitag waren bei einem Angriff auf ein Gemeindehaus im Nordosten Nigerias mindestens 20 Christen der Volksgruppe der Ibo getötet worden. Die Sekte Boko Haram bekannte sich zu dem Angriff sowie zu einem weiteren Anschlag auf eine Kirche mit sechs Toten am Tag zuvor.
Wegen der Gewalt im Norden Nigerias sind nach Angaben der Polizei mittlerweile mehrere Tausend Christen auf der Flucht in Richtung Süden. Boko Haram hatte Anfang der Woche Christen im weitgehend muslimischen Norden Nigerias gedroht und sie aufgefordert, binnen drei Tagen die Region zu verlassen. Seit Ablauf dieser Frist kommt es täglich zu neuen Anschlägen.
Präsident Jonathan hatte zum Jahreswechsel in einigen Bundesstaaten den Notstand ausgerufen und die Grenzen zu nördlichen Nachbarstaaten schließen lassen. Die Sekte Boko Haram hatte bereits an Weihnachten die Verantwortung für Bombenanschläge auf mehrere Kirchen übernommen. Am ersten Weihnachtsfeiertag starben bei Attentaten auf Christen mindestens 49 Menschen.
Nach Einschätzung von Experten war Boko Haram im vergangenen Jahr für mehr als 500 Morde verantwortlich. Die radikalen Islamisten wollen die Christen aus dem Norden des Landes vertreiben und landesweit das muslimische Recht der Scharia einführen. Doch sie kämpfen auch gegen die Zentralregierung der Hauptstadt Abuja. Den selbsternannten Taliban Nigerias werden auch Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida im Maghreb nachgesagt.
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