Auswärtiges Amt zur Geiselnahme in Nigeria Entführter Deutscher "mit großer Wahrscheinlichkeit" tot

Stand: 01.06.2012 14:24 Uhr

Nachdem Nigerias Militär den Tod eines vor fünf Monaten in Nigeria von Al-Kaida-Anhängern entführten Deutschen gemeldet hatte, hat nun auch das Auswärtige Amt mitgeteilt, dass er "mit großer Wahrscheinlichkeit" ums Leben gekommen sei.

Wie ein Sprecher des Außenministeriums weiter meldete, ist die Identifizierung des in der Stadt Kano aufgefundenen Toten allerdings noch "noch nicht endgültig abgeschlossen".

Militäraktion gegen Terroristen

Der Mann sei vermutlich bei einer nigerianischen Militäraktion zur Festnahme mutmaßlicher Terroristen getötet worden. Sicherheitskräfte hätten einen Unterschlupf von Extremisten im Norden des Landes angegriffen, teilte die nigerianische Armee mit.

Offensichtlich hätten sie nicht gewusst, dass dort der entführte Deutsche gefangengehalten worden sei. Die Entführer hätten den Mann während des Angriffs getötet. Soldaten hätten bei der Durchsuchung des Verstecks dann die Leiche eines gefesselten Mannes gefunden, der später als die deutsche Geisel identifiziert worden sei.

Ein Zeuge der Nachrichtenagentur Reuters hatte berichtet, er habe die Leiche des Deutschen in einem Militärfahrzeug gesehen. Auch einige Entführer seien getötet worden.

Karte: Nigeria mit Kano
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Der Deutsche wurde den Angaben zufolge in Kano im Norden Nigerias getötet.

Erst im März waren eine britische und eine italienische Geisel bei einem Befreiungsversuch von ihren Entführern getötet worden.

Der Mitarbeiter des Baukonzerns Bilfinger Berger war im nordnigerianischen Kano von einer Baustelle verschleppt worden. Im März bekannte sich der nordafrikanische Flügel der Al-Kaida zu der Tat und forderte im Austausch für die Geisel die Freilassung einer in Deutschland inhaftierten Muslimin.

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