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Kampf gegen Terrormiliz Boko Haram Nigerias Armee befreit Gefangene

Stand: 23.09.2015 20:30 Uhr

Die nigerianische Armee meldet einen neuen Erfolg: 241 Mädchen und Frauen seien aus der Gewalt der Terrormiliz Boko Haram befreit worden. Auch seien ein hochrangiger Anführer und weitere Bandenmitglieder festgenommen worden.

Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben 241 Mädchen und Frauen aus der Gewalt der Islamistengruppe Boko Haram befreit. Sie seien am Dienstag entdeckt worden, als Soldaten Terroristenlager nahe Banki im nordöstlichen Bundesstaat Borno geräumt hätten, erklärte die Armee.

Armeesprecher Sani Usman sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei noch nicht klar, ob alle geretteten Frauen und Mädchen von den Islamisten entführt worden seien. Der genaue Status der Befreiten werde noch geklärt. "Einige wurden gefangen gehalten, einige gehörten zu den Familien (der Kämpfer)", sagte Usman. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International haben die Islamisten seit Januar 2014 mehr als 2000 Mädchen und Frauen in ihre Gewalt gebracht.

Usman berichtete zudem, die Armee habe einen hochrangigen Anführer und 40 weitere Mitglieder der Terrorgruppe festgenommen. Zahlreiche Waffen und Munition seien sichergestellt worden.

1,2 Millionen Millionen Kinder auf der Flucht

Die sunnitischen Terroristen wollen im Norden Nigerias einen Gottesstaat mit strengster Auslegung des islamischen Rechts errichten. Seit 2009 sind bei Angriffen und Anschlägen der Gruppe Schätzungen zufolge mindestens 15.000 Menschen getötet worden.

Am 14. April 2014 hatten Boko-Haram-Kämpfer eine Schule in Chibok im Nordosten Nigerias gestürmt und 276 Mädchen verschleppt. 57 Schülerinnen kamen zwischenzeitlich frei, von den übrigen Mädchen gibt es keine Nachrichten.

Das Kinderhilfswerk Unicef hatte kürzlich mitgeteilt, in Nigeria seien 1,2 Millionen Kinder auf der Flucht. Auch in den Nachbarländern Kamerun, Tschad und Niger hätten die islamistischen Rebellen zuletzt ihre Angriffe verstärkt.

Stichwort: Boko Haram

Die Gruppe Boko Haram kämpft seit ihrer Gründung 2002 für einen islamischen Gottesstaat im muslimischen Norden Nigerias. Immer wieder verübt sie blutige Anschläge auf Kirchen, Schulen, Sicherheitskräfte, Politiker oder Behördenvertreter und entführt Menschen.

Der Name der Gruppe bedeutet in einem örtlichen Dialekt "Westliche Bildung ist eine Sünde". Seit 2010 tragen sie auch den arabischen Namen "ǧamāʿat ahl as-sunna li-d-daʿwa wa-l-ǧihād" - übersetzt etwa "Vereinigung der Sunniten für den Ruf zum Islam und den Dschihad". Die Mitglieder sehen sich selbst als "Nigerianische Taliban". Boko Haram wird verdächtigt, Verbindungen zum nordafrikanischen Arm des Al-Kaida-Netzwerks und zur islamistischen al-Shabaab-Miliz in Somalia zu unterhalten.

Lange galt die Gruppe als internes nigerianisches Problem. Doch mittlerweile schlagen die Terroristen auch in den Nachbarländern Kamerun, Niger und Tschad zu.

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