Karte: Nigeria

Bombe detoniert auf Markt Dutzende Tote bei Anschlag in Nigeria

Stand: 12.08.2015 02:58 Uhr

Bei einem Bombenanschlag auf einem belebten Markt im Nordosten Nigerias sind mindestens 47 Menschen getötet worden. Hinter dem Anschlag wird die radikalislamische Terrormiliz Boko Haram vermutet. 

Bei einem Anschlag auf einen Markt im Nordosten Nigerias sind mindestens 47 Menschen getötet worden. Weitere Menschen seien bei der Bombenexplosion auf dem Wochenmarkt von Sabon Gari verletzt worden, sagte ein Krankenpfleger.

Laut Augenzeugen ereignete sich der Anschlag gegen Mittag, als zahlreiche Menschen auf dem Markt waren. Der Sprengsatz sei in einem auf dem Markt abgelegten Sack versteckt gewesen, sagte ein Mitglied einer Bürgerwehr, die gemeinsam mit der nigerianischen Armee gegen Boko Haram kämpft.

Ist Boko Haram verantwortlich?

Als Drahtzieher des Anschlags wird die islamistische Terrormiliz vermutet; sie verübte in der Vergangenheit bereits zahlreiche Anschläge auf den Markt von Sabon Gari.

Boko Haram kämpft seit dem Jahr 2009 gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Staats im muslimisch geprägten Norden Nigerias. In dem Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bislang mehr als 15.000 Menschen getötet.

Kampf gegen Boko Haram

Der nigerianische Staatschef Muhammadu Buhari sieht im Kampf gegen Boko Haram eine seiner vordringlichsten Aufgaben. Seit seiner Amtsübernahme Ende Mai nahm die Gewalt weiter zu; binnen zwei Monaten wurden 800 Menschen getötet. Seit Anfang des Jahres hat Nigeria die Kämpfer von Boko Haram mit Hilfe der Nachbarländer Tschad, Kamerun und Niger aus einigen ihrer Hochburgen vertrieben.

Die geschwächte Extremistengruppe verübt als Reaktion vermehrt Selbstmordanschläge in Nigeria, Kamerun und im Tschad. Der tschadische Staatschef Idriss Deby Itno sagte am Dienstagabend vor Journalisten, Boko Haram sei "enthauptet". Es gebe nun noch "kleine vertreute Gruppen im Osten Nigerias, an der Grenze zu Kamerun". "Wir sind in der Lage, Boko Haram endgültig daran zu hindern, Schaden anzurichten", versicherte Itno. Er sagte einen kurzen Krieg gegen die Extremisten voraus, der bereits Ende des Jahres vorbei sein werde.

Darstellung: