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Das Ergebnis einer Untersuchungskommission ist erschreckend: In den Niederlanden wurden zwischen 10.000 und 20.000 Kinder in katholischen Einrichtungen missbraucht. Die Kirche habe zudem versucht, derartige Fälle aus Angst vor Skandalen zu vertuschen.
Von Ludger Kazmierczak, WDR-Hörfunkstudio Den Haag
[Bildunterschrift: Die Zahl der Missbrauchsfälle in den Niederlanden liegt bei bis zu 20.000. ]
Nachdem die sechsköpfige Untersuchungskommission im August des vergangenen Jahres ihre Arbeit aufgenommen hatte, brachen viele Missbrauchsopfer ihr Schweigen. Rund 1800 Meldungen gingen ein - Berichte über leichten, schweren und nicht selten sehr schweren Missbrauch. Nach Auswertung aller Aussagen kommt die von der Bischofskonferenz berufene Kommission zu dem Schluss, dass allein zwischen 1945 und 1981 zwischen 10.000 und 20.000 Minderjährige in katholischen Heimen und Internaten von Geistlichen sexuell missbraucht wurden.
Und die Kirche, so der Vorsitzende der Kommission, Wim Deetmann, habe von diesen Fällen gewusst und mit einer Kultur des Schweigens auf die Problematik reagiert: "Die Behauptung, dass die Kirche von dem Risiko nichts wusste, dass sie überhaupt nichts wusste, kann so nicht stehen bleiben. Das betrifft übrigens nicht nur die Orden und die Geistlichkeit, auch in Teilen der katholischen Bevölkerung wusste man davon."
Besonders scharfe Kritik übte der Jurist und frühere Politiker am langjährigen Rotterdamer Bischof Ronald Philippe Bär. In dessen Amtszeit seien viele nicht geeignete Männer zu Priestern geweiht worden. Der 1993 zurückgetretene Bischof, so Deetman, habe seine Führungsposition nicht verantwortungsbewusst wahrgenommen.
Nach Auswertung aller Berichte und Zeugenaussagen konnten rund 800 Täter identifiziert werden. Von ihnen seien noch mindestens 105 am Leben. Sie müssen mit Klagen der Opfer rechnen, die heute betroffen auf das Ausmaß der sexuellen Übergriffe reagierten. Guido Klabbers von der Opferorganisation KLOKK: "Für jeden muss es erschreckend sein, dass heute so ein Ausmaß an Missbrauchsfällen ans Licht gekommen ist. Und jeder darf sich wundern, dass die Kirche so darüber gelogen hat und es verstanden hat, die Sache zu verheimlichen."
Das Zölibat, so heißt es in dem Bericht, sei nicht die Erklärung für die Übergriffe, es mache katholische Geistliche jedoch anfälliger dafür, Grenzen zu überschreiten. Es sei nicht auszuschließen, dass freiwillige Ehelosigkeit die Anzahl der Missbrauchsfälle reduziert hätte.
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