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Die niederländische Königsfamilie ist knapp einem Anschlag entgangen. Bei einer Parade zum Nationalfeiertag raste ein Amokfahrer in die Zuschauermenge - nur wenige Meter vom offenen Bus von Königin Beatrix entfernt. Fünf Menschen starben, zahlreiche weitere wurden verletzt.
Von Michael Becker, MDR-Hörfunkstudio Brüssel
Es ist ein Schock für das ganze Land. Erst spät am Abend teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass die Amokfahrt von Apeldoorn ein gezielter Anschlag auf die Königsfamilie war. Der Täter habe das der Polizei gegenüber zugegeben - und zwar schon unmittelbar nach der Tat, bevor er bewusstlos wurde.
[Bildunterschrift: Schockiert und betroffen: Königin Beatrix wandte sich nach dem Anschlag mit einer TV-Ansprache an das Volk (Archivbild). ]
Königin Beatrix wird diesen Tag wohl nie vergessen. Der Schock war ihr anzusehen, als sie sich gestern Nachmittag im Fernsehen an die Bevölkerung wandte. Sie sei sprachlos, dass so etwas Fürchterliches passieren könnte, sagte sie. Der Königin selbst und ihrer Familie ist nichts passiert. Die Opfer des Anschlags sind andere: Harmlose Schaulustige und Fotografen, die gekommen waren, um den Festumzug am Königinnentag in Apeldoorn zu verfolgen und die Königin zu sehen.
Über den Täter war zunächst so gut wie nichts bekannt. Von einem Anschlag wollte stundenlang noch niemand sprechen, über die Motive konnte nur spekuliert werden. Mittlerweile aber ist das Bild klar: Der Amokfahrer ist ein 38-jähriger Arbeitsloser, der offenbar erst vor kurzer Zeit seinen Job verloren hat.
Mit seinem Wagen hatte er erst die Absperrungen durchbrochen und war dann mit etwa 100 km/h auf den Festbus zugerast, auf dem die Königin und ihre Familie saßen. Er verfehlte den Bus nur um wenige Meter und prallte gegen ein Denkmal. Damit kam der Wagen endgültig zum Stehen. Auf dem offenen Bus verfolgte die Königsfamilie das Geschehen mit Entsetzen.
[Bildunterschrift: Polizisten versuchen, den Opfern zu helfen. ]
Wie schwer der Täter selbst verletzt wurde, ist noch unklar. Er befindet sich im Krankenhaus. Mit seinem Wagen tötete er vier Menschen unmittelbar, ein weiterer starb wenig später im Krankenhaus. Noch immer sind mehrere Menschen schwer verletzt, darunter sind auch drei Kinder. Sie werden mit schweren Schädel- und Hirnverletzungen behandelt. Königin Beatrix sprach den Opfern und ihren Familien und Freunden gestern ihr Mitgefühl aus - und sprach den Menschen in ihrem Land damit sicherlich aus dem Herzen.
Königin Beatrix wollte an diesem Königinnentag eigentlich auch den Geburtstag ihrer Mutter feiern. Sie wäre am Donnerstag 100 Jahre alt geworden. In den Niederlanden ist der Königinnentag traditionell ein Tag der Freude und des Feierns. Gestern wurde er schlagartig zu einem Tag der Trauer für das ganze Land. Alle offiziellen Festlichkeiten im Land wurden abgesagt, wie auch zahlreiche private Feiern. Heute soll in Apeldoorn ein Gedenkgottesdienst stattfinden.
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