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Entwicklungsminister in Indonesien

Wo Niebel noch mit Blumen empfangen wird

Zu Hause hatte Dirk Niebel gegen die Spitze der FDP gepoltert, auf Dienstreise in Indonesien zügelte sich der Entwicklungsminister - und war fasziniert von der "optimistischen Perspektive" seiner Gastgeber. Die leisteten sich leider einen kleinen Fauxpas - unfreiwillig auf Kosten von Niebels Parteichef.

Von Robert Kiendl, RB, ARD-Hauptstadtstudio

Die traditionelle indonesische Blaskapelle gibt ihr Bestes, als Dirk Niebel mit seiner Entourage auf der kleinen Koralleninsel Bunaken ankommt, einem bekannten Tauchrevier vor der Nordküste Sulawesis. Der Entwicklungsminister besichtigt hier eine Solaranlage, die das Palmeneiland mit Strom versorgt.

Deutschland bietet den Indonesiern für den Ausbau solch erneuerbarer Energien günstige Kredite an. Zur Begrüßung hängen die Einheimischen dem FDP-Mann, der sie fast alle um zwei Köpfe überragt, Blumenkränze um - und sie lassen zu seinen Ehren den örtlichen Grundschulchor antreten.

"Das mit den Kindern ist total süß. Das ist wahrscheinlich für die enorm aufregend gewesen, die haben bestimmt lange üben müssen", sagt Niebel.

Achtung FDP! Dirk Niebel ist aus Indonesien zurück
R. Kiendl, ARD Berlin
12.01.2013 14:57 Uhr

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Egal, wo Niebel auf seiner knapp einwöchigen Reise durch den größten Inselstaat der Erde auch hinkommt - überall wird er willkommen geheißen mit herzlichem Lächeln, warmen Worten und Begrüßungscocktails in kunstvoll dekorierten ausgehöhlten Früchten - als ob er der mit Abstand beliebteste Politiker im fernen Deutschland wäre.

Verkehrte Welt! Das weiß auch Niebel, doch ihn fasziniert, "die Freundlichkeit und die optimistische Perspektive, die die Menschen hier haben. Sie gucken alle positiv in die Zukunft." Irgendwie also das genaue Gegenteil von dem, was die FDP derzeit ausmacht.

Entwicklungsminister Dirk Niebel auf der indonesischen Insel Bunaken
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Jenseits der Sorgen um die FDP: Entwicklungsminister Niebel auf der indonesischen Insel Bunaken.

Mit der Heimat in engem Kontakt

Auch hier am Äquator hat Niebel sein Smartphone ständig parat, um auf dem Laufenden zu bleiben: Was wer in seiner Partei ihm, dem vermeintlichen Nestbeschmutzer, gerade wieder aus sicherer Entfernung um die Ohren haut, nach Niebels harschem Rundumschlag gegen die FDP-Führung, der er ja auch selbst angehört, allen voran aber der glücklose Philipp Rösler.

Seine Anspannung jedenfalls kann der Minister während seiner Reise kaum verbergen, obwohl er es eisern versucht: "Ich bin hier in Indonesien auf einer Dienstreise und dann ist mein einziges Interesse diese Dienstreise."

Aber sogar seine Gastgeber in Fernost erinnern Niebel, wenn auch unfreiwillig, an die Querelen in der Heimat. Beim Besuch eines Erdwärmekraftwerks in den Bergen von Nord-Sulawesi wird er auf einem Plakat ausgerechnet als Wirtschaftsminister begrüßt, nicht als Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, der er tatsächlich ist. Der Bundeswirtschaftsminister heißt nach wie vor Philipp Rösler.

Entsprechend groß ist die allgemeine Heiterkeit, als auch in Indonesien ankommt, dass die Zeitungen zu Hause in ihren bunten Randnotizen schreiben, Niebel habe in Südostasien seinem liberalen Erzrivalen das Ministeramt weggenommen.

Niebel will sich wieder zu Wort melden

Zurück in Deutschland will sich Dirk Niebel, anders als auf seiner Reise, nun wieder in die Innenpolitik einmischen. "Wir werden die letzte Woche vor der niedersächsischen Wahl noch nutzen, um die Bürger davon zu überzeugen, dass die schwarz-gelbe Landesregierung ein Erfolgskonzept ist - nicht nur im Bund, sondern auch im Land." Er sei fest davon überzeugt, dass die Liberalen mit einem "sehr guten Ergebnis" in den Landtag und in die Regierung von Niedersachsen wieder einziehen werden. "Das ist übrigens auch mein Ziel und daran arbeite ich mit."

- obwohl das dem angeschlagenen Philipp Rösler, den Niebel hauptverantwortlich für die FDP-Misere macht, den Rücken stärken dürfte.

Von der indonesischen an die niedersächsische Küste

Nach Indonesien tritt Niebel jetzt in den kommenden Tagen in Emden auf, in Oldenburg, Bad Bederkesa und in anderen niedersächsischen Orten. Mal schauen, ob er dabei seiner Partei und deren Chef nochmals den Marsch blasen wird, oder umgekehrt die ihm. Wie auch immer: So fröhlich und friedlich wie der Musikempfang auf der exotischen Ferieninsel Bunaken dürfte sich das dann nicht anhören.

Stand: 12.01.2013 15:19 Uhr

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