Sicherheitsvorkehrungen für den New-York-Marathon | Bildquelle: dpa

New York bereitet sich vor Marathon im Zeichen des Terrors

Stand: 05.11.2017 02:24 Uhr

Rund 40.000 Läufer sollen beim New York Marathon an den Start gehen - gerade einmal fünf Tage nach dem schwersten Anschlag in der Stadt seit dem 11. September 2001. Aber die New Yorker zeigen sich einig: Sie lassen sich von den Terroristen nicht einschüchtern.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Marathonstimmung, die wollen sie hier haben. Trotz des Terrors. "Trotzt dem Terror", ruft der Gouverneur des Staates New York, Cuomo, den New Yorkern zu. Und die New Yorker leben ihr Leben - trotz des Anschlags.

Andrew Cuomo (Archivbild) | Bildquelle: AFP
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Gouverneur Cuomo glaubt, dass die New Yorker ihren Optimsmus behalten.

2,5 Millionen Zuschauer erwarten sie für den vielleicht berühmtesten Marathon der Welt. 51.000 Teilnehmer aus 124 Nationen. Und nein, nicht eine Sekunde hatten sie am Dienstag nach dem verheerendsten Terroranschlag seit dem 11. September 2001 in dieser Stadt darüber nachgedacht, den Marathon abzusagen.

Angst vor einem neuen Auto-Attentat

Aber New York ist vorbereitet. Niemals zuvor, bei keinem der 46 vergangenen Marathonrennen, waren die Sicherheitsvorkehrungen so groß wie dieses Mal. Zugangsstraßen zur Strecke werden blockiert wo es geht. Die Angst der Polizei: Ein Attentäter könnte erneut mit einem Fahrzeug in die Läufer oder Zuschauer rasen.

Sicherheitsvorkehrungen für den New-York-Marathon | Bildquelle: AP
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Schon im Vorfeld des Marathons gab es massive Sicherheitsvorkehrungen.

Carlos Gomez von der New Yorker Polizei NYPD zählt auf: So viele mit Sand beladene Lkw würden als Straßensperren eingesetzt wie noch nie. Zu Wasser zu Land und in der Luft Sicherheitskräfte. Patrouillenboote auf dem Hudson, dort wo die Läufer die Verranzanobrücke queren, auf dem East River.

Hubschrauber überwachen die Menge, die Läufer, die Hausdächer aus der Luft. Polizisten in Zivil unter den Zuschauern, mobile Anti-Terror-Einheiten mit mobilen Röntgengeräten unterwegs. Sprengstoffhundestaffeln, schwerbewaffnete Einsatzteams, mobile Kräfte, die in Minuten jeden Punkt der Stadt erreichen können. Die New Yorker trotzen Terror und Polizeipräsenz, New Yorker eben.

Einfach weitermachen!

Bill de Blasio | Bildquelle: dpa
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Bill de Blasio im Hamburger Thalia-Theater

Ihre Oma habe immer gesagt: Mach einfach weiter mit dem Weitermachen, sagt eine Frau und Bürgermeister Bill de Blasio, der sich am kommenden Dienstag zur Wiederwahl stellt, ein klitzekleines bisschen stolz auf seine toughen New Yorker: New Yorker, stark und widerstandsfähig. und ihre Zuversicht werde nie durch Terror erschüttert sagt er.

Hundertprozentige Sicherheit - niemand könne die garantieren, ergänzt der Gouverneur Cuomo: "Man kann keine Betonsperren überall in der Stadt haben. Aber wenn was passiert, können wir dafür sorgen, dass die Attentäter keinen Erfolg haben."

FBI, Nationalgarde, State Police, NYPD - alle im Einsatz, um Terror zu verhindern, Terroristen zu stoppen. Die, sagt der Gouverneur beinahe trotzig, würden nie gewinnen. Sie seien erbärmliche Feiglinge. Um 8.30 Uhr Ortszeit morgens fällt der Startschuss. Am späten Nachmittag, wenn der letzte Läufer einläuft, werden sie in New York trotzdem aufatmen.

New York-Marathon im Zeichen des Terrors
Georg Schwarte, ARD New York
04.11.2017 16:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 04. November 2017 um 12:26 Uhr.

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