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Abhörskandal bei der "News of the World"
Britische Polizistin muss wegen Bestechlichkeit in Haft
In der Abhöraffäre um die inzwischen eingestellte britische Zeitung "News of the World" ist eine hochrangige Polizistin zu einer Gefängnisstrafe von 15 Monaten verurteilt worden. Eine 53-Jährige wurde in London wegen Bestechlichkeit zu der Haftsstrafe verurteilt, weil sie versucht hatte, der Boulevardzeitung Insiderinformationen zu verkaufen. Es ist das erste Urteil im "News of the World"-Skandal.
Sie arbeitete im September 2010 als Chefinspektorin (Detective Chief Inspector) der Antiterroreinheit von Scotland Yard, wo sie die Abteilung für Finanzdelikte leitete. Im Prozess wurde bekannt, dass sie das Boulevardblatt angerufen hatte, um ihm Material zu den Ermittlungen zu verkaufen.
Der Richter sagte bei der Urteilsverkündung, dass die Strafe auch drei Jahre hätte betragen können. Er habe jedoch in Betracht gezogen, dass die Frau und ihr Ehemann gerade ein Kind adoptieren. Die bevorstehende Adoption hatte auch die Verteidigung vorgebracht und deshalb für eine Bewährungsstrafe plädiert. Dazu sei das Vergehen zu schwerwiegend, urteilte das Londoner Gericht. Die Polizistin habe versucht "Geld mit sensiblen Informationen zu machen, was großen Schaden hätte anrichten können", so der Richter.
Hunderte Mailboxen illegal abgehört
Journalisten der "News of The World" hatten Mailboxen von hunderten Prominenten, Angehörigen getöteter Soldaten und Kriminalitätsopfern abgehört, um an Informationen für Exklusivgeschichten zu kommen. Die Affäre um das Murdoch-Blatt führte zur Einstellung der "News of the World" sowie zum Rücktritt von Vertrauten Murdochs und ranghoher Polizisten. Auch Premierminister David Cameron geriet vorübergehend unter Druck, weil er den ehemaligen "News of the World"-Chefredakteur Andy Coulson als Sprecher beschäftigt hatte.
Ein Verfahren gegen die Hauptangeklagten soll im September beginnen.
Stand: 01.02.2013 18:37 Uhr
