Die Ermittler in New York untersuchen den Tatort des Terroranschlags, wo der Kleinlaster immer noch steht. | Bildquelle: AFP

Terrorattacke in New York Sayfullo S. droht die Todesstrafe

Stand: 02.11.2017 14:18 Uhr

Keine 24 Stunden nach der Terrorattacke von New York hat die US-Bundesanwaltschaft Strafantrag wegen Terrorismus gegen den festgenommenen Sayfullo S. erhoben. Ihm droht nun die Todesstrafe - was der US-Präsident befürwortet. Und Trump brachte Guantanamo ins Spiel.

Die Bundesanwaltschaft hat gegen den mutmaßlichen Attentäter von New York Strafantrag wegen Unterstützung einer Terrororganisation gestellt. Sayfullo S. werden Unterstützung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sowie tödliche Gewalt und Zerstörung mit einem Fahrzeug vorgeworfen, sagte Bundesanwalt Joon Kim.

Die formelle Beschuldigung eines Verdächtigen ist in den USA die Vorstufe einer Anklage. Im Fall einer Verurteilung drohten dem 29-Jährigen die Todesstrafe oder lebenslange Haft, sagte Kim. Sayfullo S. sei absichtlich über einen Radweg gerast, hieß es in der Anklageschrift. Acht Menschen wurden dabei getötet und zwölf weitere verletzt.

Der Angeklagte wurde an Händen und Füßen gefesselt in einem Rollstuhl in einen New Yorker Gerichtssaal gebracht, bewacht von fünf Beamten. Die Polizei hatte ihn mit einem Bauchschuss gestoppt, so dass er sich einer Notoperation hatte unterziehen müssen.

Attentat in New York: US-Bundesanwaltschaft klagt 29-jährigen Täter an
tagesschau 12:00 Uhr, 02.11.2017, Markus Schmidt, ARD New York

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Keine Reue

Der Usbeke soll die schlimmste New Yorker Terrorattacke seit dem Anschlag auf das World Trade Center lange vorbereitet haben, so der Vorwurf. Bereits vergangene Woche soll er bei dem Baumarkt einen Kleinlaster ausgeliehen haben. Der Staatsanwalt erklärte, dann habe er damit Kurvenstrecken geübt, um sich auf die Fahrt über den Radweg vorzubereiten.

Der Täter habe Halloween ausgewählt, weil er dann von besonders vollen Straßen ausgegangen sei. Selbst im Krankenhausbett habe der Mann noch erklärt, er fühle sich gut angesichts seiner Tat und habe sogar gefragt, ob man eine IS-Fahne aufhängen könne. Der Angeklagte habe zugegeben, dass er sich von IS-Videos zu dem Anschlag habe inspirieren lassen. In einer Tüte am Tatort hätten Ermittler demnach Handys entdeckt, auf denen Tausende Fotos im Zusammenhang mit dem IS gespeichert waren.

Die Bundespolizei FBI spürte zudem einen zweiten Usbeken auf, den sie zur Befragung gesucht hatte. Der 32-Jährige soll Ermittlerkreisen zufolge Kontakt zu dem mutmaßlichen Täter gehabt haben.

IS reklamiert Tat für sich

Unterdessen reklamierte die IS-Terrormiliz die Tat sich. "Einer der Soldaten des Islamischen Staats hat eine Anzahl Kreuzfahrer auf einer Straße in New York City angegriffen", heißt es nach Angaben des auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierten US-Unternehmens Site Intelligence Group in einem Beitrag der IS-Zeitung "Al-Naba". Belege dafür lieferte der IS nicht.

"Sollte er die Todesstrafe bekommen!"

US-Präsident Donald Trump hatte den IS bereits kurz nach der Tat verantwortlich gemacht und verschärfte Sicherheitsüberprüfungen angeordnet. S. stammt aus Usbekistan und lebte seit 2010 legal und mit Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung, der sogenannten Green Card, in den Vereinigten Staaten. Auch das Green-Card-Lotteriesystem will Trump abschaffen.

Trump sprach sich dafür aus, die Todesstrafe gegen den Mann zu verhängen. "Er hat acht Menschen getötet, zwölf schwer verletzt. Sollte die Todesstrafe bekommen!", twitterte er.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
NYC terrorist was happy as he asked to hang ISIS flag in his hospital room. He killed 8 people, badly injured 12. SHOULD GET DEATH PENALTY!

Zudem griff der US-Präsident die Ermittler scharf an. Das gesamte amerikanische Justizsystem sei "ein Witz, eine Lachnummer". Es mache sich lächerlich und gehe zu lasch, zu langsam um mit Tätern wie Sayfullo S, schimpfte Trump noch kurz bevor Bundesanwalt Kim den Strafantrag stellte - keine 24 Stunden nach der Festnahme des Verdächtigen.

Trump bringt Guantanamo ins Spiel

Zunächst befasst sich nun ein New Yorker Zivilgericht mit dem Fall. Trump brachte aber auch das US-Militärgefängnis Guantanamo Bay auf Kuba ins Spiel. Er habe keine Bedenken, S. in Guantanamo einzusperren, sagte Trump auf Nachfrage eines Journalisten. Er nahm von der Aussage später jedoch wieder Abstand. "Ich würde den NYC-Terroristen gerne nach Guantanamo schicken, aber statistisch gesehen dauert der Vorgang sehr viel länger, als durch die behördlichen Instanzen zu gehen", schrieb Trump auf Twitter.

Darüber hinaus würde eine Unterbringung in dem umstrittenen Gefangenenlager voraussetzen, dass Sayfullo S. trotz Anklage als so genannter feindlicher Kämpfer eingestuft würde. Dann könnte ihn die US-Regierung als Kriegsgefangenen festhalten und vor ein Militärtribunal bringen. Einige US-Senatoren befürworten diesen Schritt.

"Feige Attacke auf Unschuldige"

Der Bürgermeister New Yorks, Bill de Blasio, betonte, die Opfer würden niemals vergessen werden. Die Gäste der Stadt, die bei dem Angriff getötet worden seien, würden für immer New Yorker bleiben, sagte der Politiker. Die Tat bezeichnete er als feige Attacke auf unschuldige Menschen.

FDNY @FDNY
FDNY grieves with the people of Argentina, Belgium and with all New Yorkers over the innocent lives lost on Tuesday https://t.co/BPXgDcGtkq

Bei fünf der Toten handelt es sich nach US-Angaben um Argentinier, zwei der Opfer kamen aus den USA und eines aus Belgien. Mindestens zwölf Menschen wurden verletzt, unter ihnen eine Deutsche.

Mit Informationen von Kai Clement und Marc Hoffmann.

Über dieses Thema berichteten das nachtmagazin am 01. November 2017 um 00:25 Uhr.

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