Donald Trump steht in Machester in New Hampshire an einem Rednerpult und hält beide Daumen in die Luft. | Bildquelle: AP

US-Vorwahl Trump und Sanders heißen die Sieger von New Hampshire

Stand: 10.02.2016 05:21 Uhr

Für die Republikaner ist es Donald Trump und für die Demokraten Bernie Sanders - beide Kandidaten für das Präsidentenamt liegen bei der US-Vorwahl in New Hampshire nach bisheriger Auszählung der Wahlkreise vorn. Hillary Clinton räumte ihre Niederlage ein, will aber weiter kämpfen.

Noch wird ausgezählt - aber bisherigen Zwischenergebnissen zufolge haben Bernie Sanders und Donald Trump im Rennen um die Kandidatur für das Weiße Haus die Vorwahl im US-Bundesstaat New Hampshire gewonnen.

Der 74 Jahre alte Demokrat Sanders setzte sich gegen seine parteiinterne Kontrahentin Hillary Clinton durch, obwohl der Senator von Vermont im Vorfeld des Vorwahlkampfs als Außenseiter galt. In Iowa hatte er fast ein Patt gegen Clinton erzielt. Sanders will seinen Erfolg als Zeichen für soziale Gerechtigkeit verstanden wissen:

"Wir haben eine Botschaft gesandt, deren Echo von Washington bis zur Wall Street zu hören sein wird, von Maine bis nach Kalifornien. Und sie heißt: Die Regierung unseres Landes gehört allen Menschen, und nicht nur einer Handvoll Superreichen."

Sanders verdankt seinen Erfolg vor allem unabhängigen Wählern und jüngeren Stimmberechtigten. Wie aus Befragungen hervorging, stimmte sowohl die Mehrheit der Frauen als auch die der Männer für ihn. Bei Wählern unter 45 Jahren war Sanders besonders beliebt.

Clinton will ihre "Hausaufgaben erledigen"

Rivalin Clinton vereinte dagegen eine Mehrheit von Wählern hinter sich, die älter als 65 waren. Auch Menschen mit einem jährlichen Einkommen von mehr als 200.000 Dollar votierten für sie. Clinton räumte ihre Niederlage zwar ein, zeigte sich aber kampfbereit und zuversichtlich, was den weiteren Verlauf des Wahlkampfs betrifft:

"Ich liebe New Hampshire noch immer, und ich werde es immer lieben. Nun tragen wir unsere Kampagne in das ganze Land. Ich werde härter arbeiten als jeder andere, um die Änderungen durchzusetzen, die Euer Leben besser machen. (...) Ich weiß, dass ich einige Hausaufgaben zu erledigen habe, vor allem bei jungen Menschen. Aber auch, wenn sie mich nicht unterstützen: Ich unterstütze sie."

Trump - der erste Republikaner

Bei den Republikanern gewann der Populist Trump deutlich vor einem überraschend starken John Kasich, gefolgt von seinen Mitbewerbern Ted Cruz, Jeb Bush und Marco Rubio. Ein begeisterter Trump rief seinen Wählern nach der Abstimmung zu:

"Menschen von New Hampshire, vergesst das niemals: Mit Euch hat es angefangen."

Donald Trump | Bildquelle: REUTERS
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Guter Laune in New Hampshire: Nach dem zweiten Platz in Iowa nun endlich ein Sieg für Donald Trump.

Wählerbefragungen ergaben, dass Trump vor allem von denjenigen unterstützt wurde, die nach einem Außenseiter Ausschau gehalten haben. Auch Stimmberechtigte, die bereits seit längerem ihre Entscheidung getroffen haben, standen auf seiner Seite. Der Zweitplatzierte Kasich schnitt am besten bei denjenigen ab, die einen Präsidentschaftsbewerber mit politischer Erfahrung gesucht haben. Moderate und Gebildete stimmten für ihn ebenso wie Wähler, die sich erst in den vergangenen Tagen entschieden haben. Cruz wurde wie bereits bei seinem Sieg in Iowa von Erzkonservativen und Evangelikalen unterstützt. Rubio schlug sich am besten im Feld derjenigen, für die Erfahrung und Wählbarkeit wichtig sind. Wahlberechtigte, die Erfahrung schätzen, fühlten sich auch zu Bush hingezogen.

Mit den Vorwahlen sieben die Parteien ihre Kandidaten aus. Bei den Demokraten sind mit Sanders und Clinton nur noch zwei Bewerber im Rennen. Das Feld der Republikaner ist mit noch acht ernsthaften Kontrahenten deutlich größer.

Ergebnisse der Vorwahlen
tagesschau 12:00 Uhr, 10.02.2016, Sandra Ratzow, ARD Washington, zzt. New Hampshire

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Möglicher Rekord bei Wahlbeteiligung

Bei der Wahlbeteiligung in New Hampshire zeichnete sich ein neuer Rekord ab. Vor vielen Wahllokalen hatten sich lange Warteschlangen gebildet, auf den Straßen der Städte kam es zu Staus.

New Hampshire ist die zweite im Reigen der Vorwahlen in 50 Staaten, dem Washingtoner Hauptstadt-Distrikt of Columbia sowie fünf Außengebieten. Im Sommer werden große Parteitage den jeweiligen Kandidaten offiziell nominieren. Die Präsidentschaftswahl, bei der der Nachfolger Barack Obamas im Weißen Haus bestimmt wird, findet am 8. November statt.

Trump und Sanders gewinnen US-Vorwahlen in New Hampshire
Marcus Pindur, DLF
10.02.2016 09:52 Uhr

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