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Die neuseeländische Stadt Christchurch ist erneut von einer Serie starker Erdbeben erschüttert worden. Mehr als 50 Gebäude stürzten ein, mehrere Menschen wurden verletzt. Einige Bewohner fürchten weitere Beben und überlegen nun, die Stadt zu verlassen.
Udo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Singapur
Tausende Menschen rannten aus Bürogebäuden und Einkaufspassagen auf die Straße, versuchten sich in Sicherheit zu bringen, während Wände wackelten, Steine aus Häuserfassaden brachen und auf die Straße fielen. Die Rettungskräfte aus Christchurch waren im Großeinsatz, glücklicherweise wurden bei den Nachbeben nur sechs Menschen leicht verletzt.
Die beiden schweren Erdstöße ereigneten sich am Mittag Ortszeit. Das Epizentrums des ersten Bebens der Stärke 5,5 war nur zehn Kilometer von der Innenstadt entfernt, das zweite Beben der Stärke 6,0 erschütterte den Südosten der neuseeländischen Stadt. In der seit Februar gesperrten Innenstadt Christchurchs wurden weitere Gebäude beschädigt.
Neuseelands Premierminister John Key sagte, diese neuen Nachbeben hätten natürlich noch mehr Sorge in Christchurch zur Folge. "Im Moment sammeln wir noch Informationen", so Key. "Nach Angaben von Bürgermeister Bob Parker, mit dem ich eben gesprochen habe, denkt er darüber nach, den lokalen Notstand auszurufen, um besser auf die Nachbeben reagieren zu können." Es habe erneut Beschädigungen gegeben, auch an der Kathedrale der Stadt, sagte Key. "Für die Menschen in Christchurch, die schon so viel durchmachen mussten, ist dies natürlich ein neuer Schlag."
Im Februar dieses Jahres hatten ein schweres Erdbeben der Stärke 7,1 ganze Teile der Innenstadt zerstört, die seitdem als sogenannte rote Zone gekennzeichnet und gesperrt ist. Damals waren 181 Menschen getötet und rund 10.000 Wohnhäuser sowie 1000 Bürogebäude beschädigt worden.
Daran gemessen hatten die aktuellen Beben nur leichte Folgen, sie nähren aber die Sorge, das weitere, noch schwerere Nachbeben Christchurch treffen könnten. "Wir denken jetzt darüber nach, ob wir überhaupt hier bleiben", erzählt eine Anwohnerin. "Wir wollen unsere Kinder nicht in einer Atmosphäre der Angst großziehen, in der sie sich nicht mehr trauen, nach draußen zu gehen und mit ihren Freunden zu spielen."
Nur wenige Stunden vor den Nachbeben war in Christchurch ein Untersuchungsverfahren eröffnet worden, mit dem geklärt werden soll, warum im Februar ein ganzer Bürohausblock, das Canterbury TV Building, in sich zusammengefallen war. Es hatte dabei 100 Menschen unter sich begraben hatte, darunter 65 ausländische Studenten. Anwälte und Angehörige der Opfer des Februar-Bebens waren gerade zum Mittagessen gegangen, als die neuen Erdstöße die Stadt trafen und die Wände des Gerichtsgebäudes wackeln ließen.
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