Neuseelands Premierminister John Key | Bildquelle: AP

Aus familiären Gründen Neuseelands Premier tritt zurück

Stand: 05.12.2016 09:54 Uhr

Acht Jahre war er im Amt, nun will er nicht mehr: Neuseelands Premierminister Key hat völlig überraschend seinen Rücktritt erklärt - aus familiären Gründen, so die Begründung. "Das ist die schwierigste Entscheidung, die ich je getroffen habe", sagte er.

Neuseelands Premierminister John Key hat nach acht Jahren im Amt seinen Rücktritt erklärt und damit seine Landsleute überrascht. In einer emotionalen Ansprache gab Key vor allem private Gründe für seine Entscheidung an. "Das ist die schwierigste Entscheidung, die ich je getroffen habe, und ich weiß nicht, was ich als nächstes machen werde", sagte der 55-Jährige bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Wellington.

"Viele einsame Nächte und Wochenenden"

Er habe nicht wie viele andere Politiker in ähnlichen Positionen den richtigen Zeitpunkt zum Rückzug verpassen wollen. Zudem wolle er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Bei der Pressekonferenz wirkte Key sichtlich bewegt: "Für meine Frau Bronagh gab es viele einsame Nächte und Wochenenden, viele für sie bedeutende Anlässe, bei denen ich einfach nicht dabei sein konnte." Ihre gemeinsame Tochter Stephie und Sohn Max seien von Teenagern zu jungen Erwachsenen geworden, "während sie mit außergewöhnlichem Druck klarkommen mussten wegen des Jobs ihres Vaters. Ich danke ihnen für ihre Toleranz - Bronagh und ich sind unheimlich stolz auf beide."

Key regiert den Pazifikstaat mit seinen rund 4,5 Millionen Einwohnern seit 2008. Seine konservative Nationalpartei werde am 12. Dezember einen neuen Vorsitzenden bestimmen, sagte er. Noch am selben Tag werde er seinen Rücktritt formal einreichen. Als Nachfolger empfahl Key seinen Stellvertreter und Finanzminister Bill English. Er selbst will Abgeordneter bleiben. Für den populären Premier endet damit seine dritte Amtszeit vorzeitig. Bei der letzten Wiederwahl im September 2014 erreichte seine Partei sogar die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Dezember 2016 um 08:00 Uhr

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