Richard Grenell 2016 in New York | Bildquelle: AP

Neuer US-Botschafter in Berlin Trump-Fan, Fox News, schwul

Stand: 02.09.2017 14:20 Uhr

Er hat den Menschen jahrelang auf Fox News die US-Weltpolitik erklärt, politische Kommentare geschrieben, lebt offen schwul - und er steht fest hinter Trump: Richard Grenell. Jetzt will der US-Präsident ihn als Botschafter nach Berlin schicken.

Der außenpolitische Kommentator Richard Grenell soll neuer US-Botschafter in Deutschland werden. Präsident Donald Trump wolle den früheren US-Sprecher bei den Vereinten Nationen als Botschafter nach Berlin schicken, teilte das Weiße Haus mit. Der US-Senat muss eine offizielle Nominierung noch bestätigen.

Grenell hatte in der Amtszeit von US-Präsident George W. Bush sieben Jahre lang als Sprecher für vier UN-Botschafter der USA gedient - länger als jeder andere in dieser Position. 2010 gründete er die Beratungsfirma Capitol Media Partners, die Politiker, Behörden und Konzerne bei ihrer "internationalen strategischen Kommunikation" berät.

Für viele Ämter im Gespräch

Auf seiner eigenen Internetseite erwähnt Grenell auch, dass er der erste offen schwul lebende Sprecher eines republikanischen Präsidentschaftsbewerbers war. 2012 hatte er kurzzeitig für Mitt Romney gearbeitet. Gerüchte hatten ihn bereits als möglichen UN- oder Nato-Botschafter der USA genannt. Aber auch mit Blick auf den Botschafterposten in Berlin war Grenell schon häufiger genannt worden.

Trumps leere Botschaftsposten

Kent Doyle Logsdon und Angela Merkel | Bildquelle: dpa
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Kent Logsdon - hiermit Kanzlerin Merkel - führt derzeit kommissarisch die Geschäfte der US-Botschaft.

Der 50 Jahre alte Grenell gilt als einer der ersten und stärksten Unterstützer des außenpolitischen Kurses von Donald Trump. Der im Bundesstaat Michigan geborene Grenell tritt oft beim konservativen Sender Fox News auf; seine Beiträge erscheinen aber auch im "Wall Street Journal", bei "Politico", CBS News oder CNN.

Die Stelle des US-Botschafters in Berlin ist bereits seit dem Ausscheiden von John Emerson mit dem Amtsantritt Trumps am 20. Januar verwaist. Die Geschäfte werden derzeit vertretungsweise vom Gesandten Kent Logsdon wahrgenommen. Diplomaten in Deutschland und den USA hatten im Interesse der diplomatischen Zusammenarbeit auf eine rasche Besetzung der Stelle gehofft.

Trump ist bereits seit mehr als sieben Monaten im Amt. Noch immer sind aber viele Botschafterposten unbesetzt. Die American Foreign Service Association gab im Juli an, es gebe für gut 50 noch nicht mal Nominierungen.

Portrait: Richard Grenell - neuer US-Botschafter in Deutschland
Jan Bösche, ARD Washington
21.07.2017 20:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. September 2017 um 02:59 Uhr.

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