Netanyahu zu Iran-Atomabkommen "Ein Tiger wird kein Kätzchen"

Stand: 01.10.2015 20:16 Uhr

Scharfe Töne in einer emotionalen Rede vor der UN-Vollversammlung: Israels Ministerpräsident Netanyahu warf den Vereinten Nationen Feindlichkeit gegenüber Israel vor. Zugleich warnte er davor, dass das Atomabkommen mit dem Iran die Kriegsgefahr im Nahen Osten erhöht.

In einer scharfen Rede hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nicht nur vor dem Iran gewarnt, sondern auch den Vereinten Nationen Vorurteile gegen sein Land vorgeworfen. "Die UN sind extrem feindlich gegenüber Israel, der einzigen Demokratie im Nahen Osten", sagte Netanyahu vor der UN-Vollversammlung. "Wir erleben hier ein exzessives Niedermachen Israels." In den vier Jahren des Mordens in Syrien habe die UN-Vollversammlung nur einmal die Gewalt in Syrien verurteilt, aber 20 Mal Israel.

Benjamin Netanyahu | Bildquelle: REUTERS
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Deutliche Worte von Israels Regierungschef Netanjahu an die Vereinten Nationen.

Netanjahu sagte weiter, dass das Atomabkommen mit dem Iran die Kriegsgefahr im Nahen Osten erhöhe. "Es macht nicht Frieden wahrscheinlicher, wenn man den aggressiven Iran mit Dollar und Waffen versorgt, sondern Krieg", sagte er. "Mehr Geld durch den Kompromiss bedeutet mehr Repression im Iran und mehr Aggression aus dem Iran." Teheran habe den Westen ausgetrickst. "Ihr glaubt, Ihr könnt den wahnsinnigen Tiger in ein Kätzchen verwandeln?" Wer so optimistisch sei, solle seine Begeisterung an der Garderobe abgeben.

Teheran warf er vor, Israel auslöschen zu wollen: "70 Jahre nach dem Mord an sechs Millionen Juden versprechen die Führer Irans, dass sie wieder sechs Millionen Juden töten werden, dass sie mein Land zerstören und mein Volk töten werden. Und diese Institution macht was? Absolut nichts, gar nichts! Vielleicht können Sie jetzt verstehen, warum wir dieses Abkommen nicht feiern wollen."

Israel führe einen Kampf für alle Demokratien. "Helfen Sie uns, den Fanatismus vor unserer Haustür zu bekämpfen, bevor er Ihre Haustür erreicht. Israel verteidigt auch Sie!" Denn der Iran entwickele auch Langstreckenraketen. "Die sind nicht für uns, Israel ist nur ein paar Kilometer weiter. Diese Raketen sind für Sie!"

Verhandlungsangebot an Abbas

Mahmoud Abbas | Bildquelle: REUTERS
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Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas wirft Israel vor, das Friedensabkommen von Oslo ständig zu verletzen.

Gleichzeitig bot er Palästinenserpräsident Mahmud Abbas neue Verhandlungen an. "Präsident Abbas, ich weiß, dass es nicht einfach ist. Ich weiß, dass es schwer ist. Aber wir schulden das unseren Völkern." Abbas war am Vortag in der UN-Vollversammlung vom historischen Friedensabkommen von Oslo abgerückt und hatte Israel vorgeworfen, dieses ständig zu verletzen. Er nannte auch die Besiedlung der besetzten palästinensischen Gebiete.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 01. Oktober 2015 um 12:30 Uhr.

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