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Der Himalaya-Staat Nepal macht sich auf den Weg zu Republik. Die Übergangsregierung in Kathmandu und die maoistischen Rebellen einigten sich darauf, die Monarchie abzuschaffen. Im kommenden Jahr soll in dem Himalya-Staat gewählt werden und schon im April könnte die Republik ausgerufen werden.
Von Kai Küstner, ARD-Hörfunkstudio Südasien
[Bildunterschrift: Die Faust hoch! Maoistenführer Prachanda (links) mit einem Genossen ]
Der Staat am Fuße des Himalaya macht sich auf die Reise Richtung Republik: Die Maoisten, die jahrelang mit Waffengewalt gegen die Monarchie angekämpft hatten, unterzeichneten ein entsprechendes Abkommen mit den Regierungsparteien. Das bestätigte der Sprecher der mächtigen Kongress-Partei, Arjun Narsingh: "Nepal wird jetzt eine föderale Republik. In Kraft gesetzt wird die, wenn die neue Verfassunggebende Versammlung zum ersten Mal zusammentritt."
Im kommenden Jahr sollen in Nepal Wahlen abgehalten werden. Im April soll dann die Republik – sozusagen als erste Amtshandlung – ausgerufen werden. Damit auch wirklich nichts mehr dazwischen kommt und das Königshaus keine machthaberischen Anwandlungen bekommt, ist in das Abkommen ein Notfallplan eingebaut. "Falls der König versucht, die Wahlen zu verhindern, kann eine Zweidrittelmehrheit der Übergangsregierung den König ablösen und direkt die Republik in Kraft setzen", erklärt Bharat Mohan Adhikari, ein Mitglied der kommunistischen Partei.
[Bildunterschrift: Nepals König Gyanendra ]
Nepals König hat derzeit ohnehin kaum noch politische Befugnisse. Die Monarchie erlebte einen ersten Tiefpunkt am 1. Juni 2001. Damals kam der beliebte König Birendra ums Leben – bei einem Gerüchte umwobenen Massaker im Palast des Monarchen. Ein Schock für den Himalaya-Staat: zehn Mitglieder der Königsfamilie ermordet. Damals sicherte sich Birendras Bruder Gyanenadra die Macht, der sich 2005 zum absoluten Herrscher aufschwang, indem er die Regierung aus dem Amt jagte.
Doch Gyanendra sah sich in der Folge wütenden Protesten der Bevölkerung gegenüber. Nach wochenlangen Demonstrationen war der König im April 2006 gezwungen nachzugeben. Auf den Straßen der Hauptstadt Kathmandu gab es daraufhin Jubelfeiern – kurz zuvor waren hier noch Gummigeschosse und Tränengas-Granaten geflogen. Der König hatte eingelenkt, nun wurde das Parlament wieder eingesetzt und Gyanendras Willkürherrschaft war beendet.
[Bildunterschrift: Nepals Opposition jubelt nach dem Einlenken von Gyanendra (25.April 2006). ]
Danach erklärten sich auch die Maoistischen Rebellen bereit, ihren jahrelangen Bürgerkrieg gegen die Monarchie zu beenden. Insgesamt 13.000 Menschen waren bei den etwa zehn Jahre währenden, blutigen Kämpfen ums Leben gekommen. Doch vor drei Monaten schien es noch einmal so, als könnte Nepal erneut ins Chaos taumeln – als die Maoisten die Übergangsregierung verließen und die sofortige Ausrufung der Republik verlangten. Nun aber scheint eine Regelung für die Zukunft gefunden, mit der alle Seiten leben können. Eine Zukunft allerdings, in der die Jahrhunderte alte Monarchie keine Rolle mehr spielen wird.
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