Blumen und letzte Grüße für Boris Nemzow  | Bildquelle: dpa

Opposition veröffentlicht Bericht Nemzows Erbe setzt Kreml unter Druck

Stand: 12.05.2015 22:44 Uhr

Der Mord an dem Kremlkritiker Boris Nemzow erschütterte vor knapp zwei Monaten die Welt. Nun haben Vertraute Nemzows Arbeit vollendet und einen Bericht veröffentlicht. Sie wollen damit einen russischen Militäreinsatz in der Ostukraine nachweisen.

In den Fall des ermordeten Kremlkritikers Boris Nemzow kommt Bewegung. In Moskau haben Vertraute des Ende Februar getöteten Oppositionspolitikers einen Bericht vorgelegt, der nach ihren Angaben "vollständige Beweise" für die Präsenz russischen Militärs in der Ukraine enthält.

Demnach sind mindestens 220 russische Soldaten bei den Kämpfen getötet worden. Die Soldaten seien von ihren Pflichten entbunden worden und hätten als Freiwillige an der Seite der prorussischen Separatisten gekämpft, teilten die Oppositionellen mit. Das russische Verteidigungsministerium bestreitet, dass eigene Soldaten in die Kämpfe verwickelt waren.

Nach Mord an Kremlkritiker Nemzow: Opposition veröffentlicht Bericht
tagesschau 17:00 Uhr, 12.05.2015, Birgit Virnich, ARD Moskau

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Schmerzensgeld für getötete russische Kämpfer?

Die Angehörigen von einigen der getöteten Soldaten hätten rund 50.000 Euro Schmerzensgeld erhalten. Die Zahlung sei laut dem Bericht jedoch an die Bedingung geknüpft gewesen, dass sie nicht öffentlich über den Tod ihrer Familienmitglieder sprächen.

In dem 65-seitigen Papier wird nach Aussage eines der Autoren, Ilja Jaschin, außerdem gezeigt, dass "alle entscheidenden militärischen Siege" der prorussischen Separatisten in der Ostukraine "von regulären russischen Truppen gewährleistet" worden seien.

Nemzows Arbeit vollendet

Der Bericht trägt den Titel "Putin - der Krieg". Er besteht aus Medienberichten und Informationen, die Nemzow bis zu seiner Ermordung gesammelt hatte - unter anderem von Verwandten und anderen Vertretern der getöteten Soldaten. Der Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin lehnte eine Stellungnahme zu den schweren und teils schon bekannten Vorwürfen ab.

Nemzow war am 27. Februar in Moskau in der Nähe des Kreml aus einem Auto heraus erschossen worden. Angehörige und Unterstützer vermuten einen politischen Hintergrund hinter Nemzows Tod. Die Ermordung des Regierungsgegners löste weltweit Bestürzung aus. Nach der Ermordung Nemzows waren fünf Verdächtige festgenommen worden, darunter ein tschetschenischer Polizeioffizier. Das Motiv für die Tat ist aber nicht bekannt.

Nemzow war ein entschiedener Gegner von Präsident Wladimir Putin und Mitglied der liberalen Opposition in Russland. Sie gilt als schwach und zersplittert.

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