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Neapel will Rabattgutscheine einführen

Mit dem Napo Ehrlichkeit belohnen

Müllberge und mafiöse Strukturen - Neapels Ruf ist nicht der beste. Die Stadt startet nun einen Versuch, die Bürger zu mehr Ehrlichkeit zu erziehen. Wer seine Rechnungen ordentlich zahlt, erhält ab dem nächsten Jahr den "Napo"- eine Art Rabattgutschein in Form von Banknoten.

Von Stefan Troendle, ARD-Studio Rom

Hilfe zur Selbsthilfe - das ist die Idee, die hinter dem "Napo" steckt. Der Name leitet sich von Napoli ab - der italienischen Bezeichnung von Neapel. Der Napo soll im Italien der Krise die regionale Wirtschaft wieder ankurbeln, auch wenn es sich gar nicht um echtes Geld handelt. Marco Esposito, Referent der Stadt Neapel für Arbeit und Handel: "Der Napo ist so etwas ähnliches wie eine Währung, aber natürlich keine richtige, weil da ja nur der Euro erlaubt ist. Er ist eine Art Rabattgutschein für den, der ihn einlöst. Den Napo bekommen die Einwohner von Neapel, die ordentlich ihre Steuern bezahlen und sich als gute Bürger erweisen."

Erziehung zu mehr Verantwortung

Neapel
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Neapel - auch Touristen sollen den Napo bekommen.

Das ist eine weitere Idee, die hinter dem Vorhaben steckt: die Erziehung der Neapolitaner zu mehr Verantwortung. Nur wer nicht schummelt und nachweislich seine Wasserrechnung oder Müllgebühren bezahlt, soll des "Napo" würdig sein. Auch Touristen sollen Napo’s bekommen - allerdings ist noch nicht klar wie und auf welcher Basis - ein eins zu eins Tausch mit dem Euro ist wohl eher unwahrscheinlich, auch weil das geplante Rabattsystem dann nicht funktionieren würde. Noch einmal Marco Esposito: "Der Napo kann nur in unserer Stadt ausgegeben werden in den Läden oder bei den Handwerkern, die bei diesem Zahlungssystem mitmachen und die darüber hinaus einen deutlichen Rabatt geben, einen Preis-Nachlass von zehn Prozent. Ein Produkt für 30 Euro würde dann also 27 Euro und drei Napo kosten."

Die Händler könnten die Napos dann wieder als Restgeld rausgeben, wenn sie denn von den Kunden akzeptiert werden. Klar ist aber auch: Ein Kauf - rein in Napo - ist offenbar nicht möglich. Die Stadt Neapel hat aber bereits andere Pläne: "Es wäre doch toll, wenn einige städtische Serviceleistungen mit diesem Rabatt bezahlt werden könnten. Der ordentliche Bürger, der Steuern zahlt, könnte so weniger für einen Kindergartenplatz oder seine Monatskarte für den Bus zahlen."

Neapels Tauschwährung NAPO
Stefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom
22.09.2012 01:37 Uhr

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Mehr Hoffnung auf Ehrlichkeit

Die Regionalwährung solle vor allem ein Signal sein, dass sich Ehrlichsein lohnt, sagt Esposito. Und weil man sie nur in Neapel ausgeben kann, stärkt sie vor allem die heimische Wirtschaft. Ob das tatsächlich funktioniert, ist fraglich: Entsprechende Projekte in Deutschland wie der Elbtaler oder der Chiemgauer waren bisher nicht gerade vom Erfolg verwöhnt. Trotzdem will die Stadt Neapel im nächsten Jahr Napo’s im Wert von etwa 70 Millionen Euro in Umlauf bringen. Durchnummeriert übrigens - und das nicht ohne Grund: Neapel gilt nämlich auch als Hauptstadt der Fälscher.

Stand: 22.09.2012 01:45 Uhr

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