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Gewalt in Nahost
Verhandlungen in Kairo, Bomben auf Gaza
Im Gaza-Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern gibt es trotz internationaler Vermittlung bislang keine Entspannung. Die israelische Luftwaffe fliegt weiter Angriffe - insbesondere auf Häuser mutmaßlicher Hamas-Kommandeure im Gazastreifen.
Mehr als 80 Mal bombardierte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben seit dem Morgen Ziele. Immer wieder werden zivile Gebäude getroffen. Die Krankenhäuser sind überfüllt, berichtet der ARD-Korrespondent Markus Rosch.
Seit Beginn der israelischen Luftoffensive am Mittwoch seien inzwischen an die 100 Palästinenser getötet worden, davon etwa die Hälfte Zivilisten, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Maan. Etwa 700 Menschen seien verletzt worden.
Israel trifft weiterhin Vorbereitungen für Bodenoffensive
tagesschau 14:00 Uhr, 19.11.2012, Bernd Niebrügge, ARD Tel Aviv
Kaum Beschuss aus dem Gazastreifen
In den israelischen Städten im Umkreis des Gazastreifens war es zwar in der Nacht überwiegend ruhig geblieben. Am Morgen gab es jedoch in nahe gelegenen Ortschaften wieder Luftalarm. Zu Einschlägen kam es bislang aber nicht.
Seit Mittwoch feuerten militante Palästinenser etwa 1000 Raketen auf Israel ab. Allein am Sonntag waren es mehr als 100. Das von den USA mitfinanzierte israelische Raketenabwehrsystem "Iron Dome" fing etwa 40 Raketen ab, darunter zwei mit Ziel Tel Aviv.
Nach übereinstimmenden Agenturberichten wurden auf israelischer Seite bisher mindestens drei Menschen getötet und Dutzende verletzt.
Warnungen vor Bodenoffensive
Die andauernde Gewalt nährt Sorgen vor einer israelischen Bodenoffensive in dem Palästinensergebiet. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte: "Die Operation im Gazastreifen geht weiter, und wir sind dazu bereit, sie noch bedeutend auszuweiten."
Weitere israelische Panzer wurden ins Grenzgebiet gebracht. Tausende Reservisten werden nach Armeeangaben auf einen möglichen Bodeneinsatz vorbereitet. Bis zu 75.000 Israelis müssen mit einer Einberufung rechnen. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, eine Fortsetzung der Militäroperation sei "selbstverständlich".
US-Präsident Barack Obama, der die Luftoffensive als legitime Verteidigung Israels wertete, warnte nun davor, die Militäraktion auf einen Bodenkrieg auszuweiten. Ihm schloss sich der britische Außenminister William Hague an: Es sei "wesentlich schwieriger für die internationale Gemeinschaft", für eine derartige Invasion Verständnis zu haben.
Baldige Waffenruhe nicht in Sicht
P. Kapern, ARD Tel Aviv
19.11.2012 14:01 Uhr
Ban verlangt sofortige Waffenruhe
In Kairo laufen die Bemühungen für eine Deeskalation in Nahost weiter. Dort wird heute UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erwartet, der beide Konfliktparteien zu einer sofortigen Waffenruhe aufgerufen hatte. Er werde in den Nahen Osten reisen, um sich dort persönlich für ein Ende der Gewalt einzusetzen, betonte Ban.
Ägyptens Präsident Mohammed Mursi traf sich bereits zu Gesprächen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyib Erdogan, mit Vertretern Katars und der Palästinenser. Auch israelische Regierungsvertreter sollen zu Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt sein.
Die Rolle Ägyptens im Nahost-Konflikt
tagesschau24, 10:00 Uhr, 19.11.2012, Jörg Armbruster, ARD Kairo
Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Maan machten die Verhandlungen zwar Fortschritte, dennoch sei eine Feuerpause in den kommenden Tagen unwahrscheinlich, sagte der PLO-Politiker Nabil Schaath, der vom Hamas-Exilchef Chalid Maschaal unterrichtet worden war.
Der israelische Vize-Außenminister Danny Ajalon sagte dem Israelischen Fernsehen: "Unsere kategorische Forderung ist ein vollständiger Stopp der Raketenangriffe." Es müsse im Rahmen einer Waffenruhe auch dafür gesorgt werden, dass die radikal-islamische Hamas im Gazastreifen sich nach Ende der Konfrontationen nicht wieder neu bewaffnen könne.
Die Hamas fordert als Bedingung für eine Waffenruhe ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen und der gezielten Tötungen sowie eine Aufhebung der Blockade des Palästinensergebiets.
Westerwelle reist nach Israel
Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle ist um ein Ende der Gewalt im Gazakonflikt bemüht. Am Abend trifft er in Tel Aviv zunächst den israelischen Außenminister Avigdor Lieberman. Morgen sind nach Angaben des Auswärtigen Amts Gespräche mit dem Palästinenserpräsidenten Machmud Abbas und mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu geplant.
Am Wochenende hatte Westerwelle die Lage in Gaza und Südisrael als extrem gefährlich bezeichnet und mit Abbas telefoniert.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle zum Gaza-Konflikt
Bericht aus Berlin 18:30 Uhr
Die Außen- und Verteidigungsminister der Europäischen Union wollen heute in Brüssel über die Zuspitzung des Gaza-Konflikts beraten. Nach Angaben von Diplomaten werden sie dabei Israel und die Hamas zur Mäßigung aufrufen und die Notwendigkeit einer politischen Lösung des Nahost-Konflikts betonen.
Stand: 19.11.2012 13:55 Uhr
