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Geschoss geht vor der Küste nieder
Erneut Raketenalarm in Tel Aviv
In der israelischen Großstadt Tel Aviv ist erneut Luftalarm ausgelöst worden. Nach Angaben der israelischen Polizei ging eine Rakete vor der Küste über dem offenen Meer nieder. Einen Einschlag oder Beschädigungen im Stadtgebiet habe es nicht gegeben.
Die im Gazastreifen regierende Hamas bekannte sich zum Abschuss einer Rakete auf Tel Aviv. Es war der zweite Versuch der radikalislamischen Gruppe, vom Gazastreifen aus das dicht besiedelte Wirtschaftszentrum an der Küste zu treffen. Bereits gestern wurden zwei Raketen auf Tel Aviv abgeschossen. Eine davon landete im Meer, die andere schlug in einem Vorort der Stadt ein, ohne Schäden anzurichten. Es waren die ersten Raketeneinschläge im Großraum Tel Aviv seit zwei Jahrzehnten.
Proteste im Westjordanland
Ein Hamas-Sprecher hatte zuvor angekündigt, dass verstärkt die aus iranischer Produktion stammenden Fadschr 5 Raketen abgefeuert werden sollen. Die Geschosse verfügen über eine Reichweite von 75 Kilometern und können somit die Metropole Tel Aviv treffen.
Im Westjordanland gingen unterdessen tausende Palästinenser aus Protest gegen die israelische Offensive im Gazastreifen auf die Straße. In Ramallah und Nablus riefen sie Parolen wie "Hamas, bombardiert Tel Aviv!". Wütende Menschen verbrannten die israelische Flagge und riefen "Tod Israel".
Am Vormittag hatte der ägyptische Ministerpräsident Hischam Kandil den Gazastreifen besucht. "Wir bemühen uns, einen Waffenstillstand zu erreichen, der dauerhaft hält, bis ein gerechter Frieden erreicht ist", sagte er bei einer Pressekonferenz mit dem Chef der im Gazastreifen regierenden Hamas, Ismail Hanija. Gleichzeitig bekundete Kandil demonstrativ seine Solidarität mit der radikal-islamischen Hamas. Ägypten stehe unverbrüchlich auf der Seite der Palästinenser, so Kandil. Die Opfer der israelischen Angriffe bezeichnete er als "Märtyrer".
Hintergrund: Wie die Hamas den Gazastreifen kontrolliert
tagesschau 12:00 Uhr, 16.11.2012, Markus Rosch, ARD Tel Aviv
Mursi: Gewalt in Gaza "Angriff auf die Menschlichkeit"
Auch Ägyptens Präsident Mohammed Mursi sicherte den Palästinensern die Untersützung seines Landes zu. "Kairo wird Gaza nicht alleine lassen", sagte er mit Blick auf die Eskalation der Gewalt. "Was in Gaza im Moment geschieht, ist aus unserer Sicht eindeutig ein Angriff auf die Menschlichkeit."
Anders als geplant hatte Kandil seinen Besuch noch vor den Freitagsgebeten beendet. Am Grenzübergang Rafah stieg er am Vormittag in einen Hubschrauber und flog in Richtung Kairo ab. Hintergrund sind offenbar die andauernden Angriffe.
Israel hatte angekündigt, während Kandils Aufenthalt keine Angriffe auf das Palästinensergebiet zu fliegen, dies aber davon abhängig gemacht, dass auch die militanten Palästinenser den Beschuss Israels einstellen. Bereits nach kurzer Zeit wurde diese Feuerpause gebrochen - nach Darstellung Israels zuerst von palästinensischer Seite.
Israel bereitet sich auf Bodenoffensive vor
tagesschau 15:00 Uhr, 16.11.2012, Markus Rosch, ARD Tel Aviv
Merkel macht Hamas für Gewalt verantwortlich
Bundeskanzlerin Angela Merkel machte die Hamas für die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten verantwortlich. Der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter sagte, es gebe keinerlei Rechtfertigung für den Abschuss von Raketen, unter denen die Zivilbevölkerung in Israel leide. Der Beschuss Israels müsse sofort eingestellt werden.
Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte diese Position bereits am Freitagmorgen vertreten und Verständnis für die militärische Reaktion Israels auf die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen geäußert - Israel habe "das Recht, sich zu verteidigen".
Stand: 16.11.2012 15:20 Uhr
