Nahost-Konferenz | Bildquelle: AP

"Große Vorbehalte" London distanziert sich von Nahost-Treffen

Stand: 15.01.2017 21:49 Uhr

Ergibt eine Nahost-Konferenz überhaupt Sinn, wenn sie gegen den Willen Israels stattfindet? Eindeutig nein, findet die britische Regierung - und distanziert sich ungewöhnlich deutlich von der Abschlusserklärung von Paris.

Großbritannien hat sich ungewöhnlich deutlich von der Pariser Nahost-Konferenz distanziert. Wegen "großer Vorbehalte" habe man die Abschlusserklärung, in der Israelis und Palästinenser zu einer Zwei-Staaten-Lösung aufgefordert werden, nicht unterstützt, teilte das britische Außenministerium am Abend mit.

Die Briten kritisierten vor allem, dass die Konferenz "gegen den Willen Israels" stattgefunden habe - und nur wenige Tage vor der Amtseinführung von Donald Trump als US-Präsident. Dabei sei klar, dass es eine Übereinkunft zwischen den beiden Konfliktparteien nur unter Einschluss der USA geben könne, so das Londoner Außenministerium. Hintergrund: Trump verfolgt im Vergleich zu Vorgänger Barack Obama eine eindeutig pro-israelische Politik.

An dem Treffen in Paris hatten Vertreter von mehr als 70 Staaten und internationalen Organisationen teilgenommen. Die britische Regierung war zwar anwesend - allerdings nur mit Beobachterstatus. In der Abschlusserklärung werden Israelis und Palästinenser aufgefordert, wieder direkte Verhandlungen aufzunehmen, um zu einer Zwei-Staaten-Lösung zu finden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Januar 2017 um 22:00 Uhr

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