Palästinensischen Kinder stehen vor einem Gebäude, das durch israelische Luftangriffe zerstört wurde. | Bildquelle: AFP

Trotz Feuerpause Neue Angriffe im Gazastreifen

Stand: 15.07.2018 09:58 Uhr

Trotz der von der Hamas verkündeten Feuerpause gehen die Auseinandersetzungen im Gazastreifen weiter. Israel flog vergangene Nacht erneut Luftangriffe, Palästinenser feuerten Geschosse auf Israel ab.

Die Angriffe im Gazastreifen sind weitergegangen - trotz der Feuerpause, die nach Angaben der Hamas wenige Stunden zuvor vereinbart worden war. Nachdem erneut Raketen aus dem Gazastreifen auf den Süden Israels abgefeuert wurden, bombardierte die israelische Luftwaffe in der vergangenen Nacht wieder Ziele der radikalislamischen Palästinenserorganisation. Mehrere Einrichtungen der Hamas seien in Gaza angegriffen worden, teilte die Armee mit.

Unter den Zielen befand sich demnach ein Gebäude, in dem die Nationalbibliothek des Küstenstreifens untergebracht war und das die Hamas zugleich als "Übungszentrum" genutzt habe.

Raketenabschuss aus dem Gazastreifen | Bildquelle: AFP
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Bereits am Samstag wurden Raketen aus dem Gazastreifen abgeschossen.

Hamas verkündete Feuerpause

Gestern Abend hatte sich die Hamas nach eigenen Angaben auf eine von Ägypten vermittelte Feuerpause mit Israel geeinigt. Von israelischer Seite gab es jedoch keine Bestätigung. Ein Sprecher der israelischen Armee sagte dazu lediglich, das weitere Vorgehen der Armee hänge von der Lage vor Ort ab.

Zuvor war der Konflikt zwischen Israel und der Hamas nach monatelangen Spannungen eskaliert. Als Reaktion auf Raketen- und Granatenangriffe aus dem Gazastreifen, bei denen drei Israelis verletzt wurden, startete die israelische Armee die schwerste Offensive in dem Palästinensergebiet seit dem Gaza-Krieg 2014. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben zwei Jugendliche getötet.

Unruhen und Kämpfe seit dem Frühjahr

Die Hamas hatte Ende März zum "Marsch zur Rückkehr in die Heimat" aufgerufen. Dies war eine Reaktion auf das 70-jährige Jubiläum der Staatsgründung Israels, die im Mai gefeiert wurde. Seit März töteten israelische Soldaten bei teils gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze nach palästinensischen Angaben rund 140 Menschen. Viele davon waren Hamas-Mitglieder.

Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der Staatsgründung Israels und des ersten arabisch-israelischen Krieges.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Juli 2018 um 10:00 Uhr.

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