Ein Mann trauert in Gaza um die Opfer des israelischen Luftangriffs | Bildquelle: REUTERS

Israelische Bomben auf Hamas-Stellung Luftangriffe töten Zivilisten

Stand: 11.10.2015 07:43 Uhr

Als Vergeltung für Bomben aus dem Gazastreifen hat die israelische Luftwaffe Angriffe auf Stellungen der Hamas geflogen. Dabei wurde ein angebliches Quartier der Kämpfer zerstört. Auch im Westjordanland eskalierte die Gewalt. Eine Frau sprengte sich in die Luft.

Bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben zwei Menschen getötet worden. Bei ihnen handele es sich um eine Frau und deren Tochter, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza.

Augenzeugen berichteten von einer kraftvollen Detonation in einem der Hamas-Lager in Gaza-Stadt, die ein in der Nähe stehendes Haus zum Einstürzen gebraucht habe. Das israelische Militär erklärte, die Luftwaffe habe zwei Ziele der radikalislamischen Hamas angegriffen. Dies sei eine Antwort auf die beiden Raketen gewesen, die am Freitag und Samstag auf Israel abgeschossen wurden und keine Opfer gefordert hatten.

Anschlag im Westjordanland

Auch im Westjordanland ist die Lage angespannt. Eine Palästinenserin sprengte sich unweit von Jerusalem in unmittelbarer Nähe zu mehreren israelischen Polizisten in die Luft. Die Frau sei dabei schwer und ein Polizist leicht verletzt worden, teilten die Sicherheitskräfte mit.

Die Palästinenserin sei laut Polizei auf einem Motorrad unterwegs gewesen und angehalten worden. Daraufhin habe sie "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen und ihren Sprengsatz gezündet.

Besonnenheit und Aufstachelung

In den vergangenen zwölf Tagen sind vier Israelis und 22 Palästinenser in Jerusalem, dem Westjordanland, Gaza-Stadt und anderen israelischen Städten getötet worden. Beobachter hatten bereits vor einer dritten Intifada gewarnt.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatten zuletzt am Freitag zu Besonnenheit aufgerufen. Netanyahu hatte wegen der Entwicklung bereits Mitte der Woche einen Besuch in Deutschland abgesagt. Der Hamas-Chef im Gazastreifen, Ismail Haniyya, appellierte hingegen an die Palästinenser, ihren Widerstand gegen Israel noch zu intensivieren und kündigte den Beginn eines neuen Aufstands an.

Ein vermummter Palästinenser wirft Steine bei einer Straßenschlacht in Hebron im Westjordanland | Bildquelle: AFP
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Unruhen in Hebron im Westjordanland: Am Samstag kam es zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern mit der israelischen Armee.

Tempelberg-Streit als Auslöser

Die Welle der Gewalt hatte sich vor gut drei Wochen an Streitigkeiten um den Zugang zum Tempelberg in Jerusalem entzündet. Dieser ist sowohl für Juden als auch Muslime heilig. Die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom, die sich dort befinden, sind wichtige Heiligtümer der Muslime. Für die Juden hat die Klagemauer am Tempelberg Bedeutung.

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