Flaggen von den USA, Kanada und Mexiko (Archiv) | Bildquelle: AP

Nordamerikanischer Freihandel NAFTA - Runderneuerung statt Tod

Stand: 16.08.2017 02:52 Uhr

US-Präsident Trump nannte es den "schlechtesten Deal aller Zeiten" und wollte eigentlich schon aus dem Freihandelsabkommen NAFTA aussteigen. Doch dann überzeugten ihn die Regierungschefs von Kanada und Mexiko: Heute beginnt die Neuverhandlung.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Drei US-Präsidenten haben das nordamerikanische Freihandesabkommen mit Mexiko und Kanada aufgebaut: Ronald Reagan hatte die Idee, George Bush Senior verhandelte und Bill Clinton brachte es durch den Kongress und setzte es in Kraft. Nach Meinung des amtierenden Präsidenten Donald Trump haben seine drei Amtsvorgänger versagt: "NAFTA ist der schlimmste Deal, der in der Weltgeschichte abgeschlossen wurde", schimpfte Trump. "Für unsere Jobs war es eine Einbahnstraße raus aus den USA."

Neuverhandlung über NAFTA-Abkommen
tagesschau 20:00 Uhr, 16.08.2017, Demian von Osten, ARD New York

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Tatsächlich schätzen Wirtschaftsexperten, dass durch NAFTA etwa 600.000 einfache Industriejobs in den USA verloren gingen, weil US-Firmen ihre Produktion nach Mexiko verlagerten. In Mexiko dagegen entstanden allein in der Autoindustrie 300.000 neue Arbeitsstellen.

Was Trump zusätzlich ärgert, ist das große Handelsbilanzdefizit von über 60 Milliarden Dollar jährlich zugunsten von Mexiko. Seiner Wählerbasis versprach Trump deshalb mehrfach: "Wir werden nicht länger die Blöden sein, die von unseren Politikern so schlecht vertreten werden, weil die einfach nicht wissen, was sie machen."

Kanadas Außenministerin Freeland und Mexikos Wirtschaftsminister Guajardo | Bildquelle: REUTERS
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Vor dem Beginn der NAFTA-Neuverhandlungen stimmen sich Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland und Mexikos Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo bei einem Handschlag auf die Gespräche ein

Nordamerikanische Freihandelszone Nafta auf dem Verhandlungstisch
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
16.08.2017 20:43 Uhr

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Streitpunkt Mauer

Doch seit der Präsident von Mexiko und Kanadas Premierminister Trudeau bei Trump anriefen, um Neuverhandlungen zu erbitten, sieht es eher nach einer Reform von NAFTA aus, nicht mehr nach einem Ende. Auch wenn Trump immer noch droht, er werde NAFTA beenden, wenn es nicht bessere Konditionen für Amerika gibt - letztlich war NAFTA auch für die Wirtschaft und die Verbraucher in den USA gut.

Kanada und Mexiko sind die größten Exportmärkte der USA, deutlich vor China. Für ein Auto müssten die Amerikaner heute ohne NAFTA 1000 Dollar im Schnitt mehr bezahlen. Und es gibt nicht nur NAFTA-Verlierer im Land, wie Arbeiter ohne höheren Bildungsabschluss, sondern auch Gewinner wie die IT- und Hightech-Beschäftigten.

Und so klingen die Forderungen der amerikanischen Verhandlungsdelegation bei weitem nicht so dramatisch wie Trumps Rhetorik. Es sei denn, Trump würde doch noch den Bau der Mauer in die Verhandlungen einbeziehen, warnt Caroline Freund von der Denkfabrik Peterson Institute for International Economics:  "Wenn Trump darauf besteht, dass Mexiko als Teil der NAFTA-Neuverhandlung die Mauer bezahlen soll, dann würden die Verhandlungen komplett entgleisen."

Das nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA
tagesschau 12:00 Uhr, 16.08.2017, Bernd Wode. ARD-aktuell

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Handelsdefizit verringern, Online-Handel erleichtern

Ansonsten will die US-Regierung vor allem das Handelsdefizit mit Mexiko verringern. US-Produkte sollen einen besseren Zugang zu den Märkten in beiden Nachbarländern bekommen. Das gilt vor allem für Agrarprodukte, Lebensmittel, aber auch Erdgas und Öl.

Außerdem soll der Online-Handel durch höhere zollfreie Beträge erleichtert werden. Hier befürchtet Kanada schwere Einbußen für seinen Einzelhandel, wenn die Kanadier künftig mehr Produkte online aus den USA bestellen dürfen. Mit Blick auf Mexiko wollen die USA höhere Standards für Umweltschutz und Arbeitsrecht festschreiben, damit US-Firmen nicht aus diesem Grund ihre Produktion nach Mexiko verlagern.

Innerhalb von zwei Jahren sollen das nordamerikanische Freihandelabkommen neuverhandelt werden. Bei der Auftaktrunde in den nächsten drei Tagen in Washington werden die Streitpunkte aber erst einmal ausgeklammert.

Freihandelsabkommen NAFTA wird neu verhandelt
Martin Ganslmeier, ARD Washington
16.08.2017 00:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. August 2017 um 05:18 Uhr.

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