"Architekt der modernen Welt"

Internet-Pionier Taylor gestorben

Stand: 16.04.2017 10:22 Uhr

Das Betriebssystem Windows, miteinander vernetzte Rechner und die Internetsuchmaschine: An all diesen Errungenschaften der modernen Welt arbeitete Robert W. Taylor mit. Dennoch kannten nur wenige Menschen den Informatiker. Nun starb der Pionier im Alter von 85 Jahren.

Der bedeutende Internet-Vordenker Robert W. Taylor ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren im kalifornischen Woodside nahe San Francisco, teilte sein Sohn mit. "Taylor war ein wichtiger Architekt unserer modernen Welt", würdigte ihn Leslie Berlin, Historiker an der Stanford University im Interview mit der "New York Times".

Als Pentagon-Mitarbeiter trieb Taylor 1966 die Entwicklung eines einfachen Computersystems voran, das Forscher an landesweit mehreren Unternehmen und Einrichtungen verband. Ursache für den Gedanken war Taylors Frustration, für die Kommunikation mit Wissenschaftlern mehrere Rechner ansteuern zu müssen - aus dem sogenannten Arpanet ging später das Internet hervor.

Betriebssystem und Suchmaschine

In einem Artikel aus den späten 1960er-Jahren sah er die Entwicklung des Computerzeitalters voraus, als er eine effektivere Kommunikation über Maschinen als über das direkte Gespräch voraussagte. Menschen würden Netzwerke in Zukunft genauso für Investment-Ratschläge wie für enzyklopädische Fragen nutzen, zitiert die "Los-Angeles-Times" aus dem Papier.

Einige Jahre später ging Taylor zum Unternehmen Xerox und verwaltete dort ein Team, das den Alto schuf - einen PC-Pionier, bei dem Nutzer erstmals Befehle über Fenster und Menüs statt über Text in Programmiersprache geben konnten. Die Technologie inspirierte Firmen wie Microsoft und Apple. Mit seinem Team entwickelte Taylor auch ein Sprachverarbeitungsprogramm aus dem Microsoft Word hervorging.

In den 1990er-Jahren half Taylor bei der Entwicklung von AltaVista, einer der ersten Internetsuchmaschinen.