Das UN-Hauptquartier in New York | Bildquelle: AP

Nachfolger der Millenniumsziele UN vereinbaren Nachhaltigkeitsziele

Stand: 25.09.2015 18:50 Uhr

Die Vereinten Nationen wollen bis 2030 Hunger und extreme Armut auf der ganzen Welt beseitigen. Die UN-Vollversammlung verabschiedete die sogenannten Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Doch auch Industriestaaten drohen die Ziele zu verfehlen.

Von Kai Clement, ARD-Hörfunkstudio New York

Es geht um nicht weniger, als die Welt zu verändern - so heißt es in einem Film der Vereinten Nationen. Den Weg dahin beschreiben die sogenannten Nachhaltigen Entwicklungsziele. 17 sind es an der Zahl mit stolzen 169 Unterzielen: Kampf der Armut, dem Hunger, dem Klimawandel sind darunter. Dazu kommen Einsatz für Bildung, Umweltschutz und friedliche Gesellschaften. Bis 2030 will die Weltgemeinschaft diese Ziele erreichen, eine entsprechende Selbstverpflichtung vereinbarten die Mitgliedsstaaten bei ihrem Gipfel in New York.

Der neue Katalog knüpft an die Millenniumsziele aus dem Jahr 2000 an. Davon wurden zwar nicht alle erreicht - immerhin aber gelang es, die extreme Armut auf der Welt zu halbieren.

Agenda für nachhaltige Entwicklung bei UN-Nachhaltigkeitsgipfel verabschiedet
tagesschau 20:00 Uhr, 25.09.2015, Markus Schmidt, NDR

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"Ende der Armut in allen Formen"

In den neuen Zielen heißt es nun sogar, man wolle "das Ende der Armut in allen Formen weltweit" erreichen. Haben sich die Verantwortlichen damit aber nicht zu viel vorgenommen? Nein, sagt Apollos Nwafar von der Hilforganisation WaterAid, die neuen Ziele bedeuteten eine grundlegende Neuausrichtung für Entwicklung: "Wir wollen Armut nicht mehr nur reduzieren, sondern sie beenden - binnen 15 Jahren. Das ist wichtig, das ist eine Veränderung." Die Milleniumsziele hätten es geschafft, die Weltgemeinschaft zu mobilisieren.

Kann Deutschland Ziele erfüllen?

Christian Kroll hat für die Bertelsmann Stiftung eine Studie zu den Nachhaltigkeitszielen erstellt. Diese untersucht, ob zumindest die Industriestaaten die neuen Nachhaltigkeitsversprechen der Vereinten Nationen einhalten können. Die Antwort ist ein klares Jein. Beispiel Deutschland: Es liegt auf Platz sechs der 34 OECD-Staaten, hinter den skandinavischen Staaten aber weit vor den USA. Das Land punktet mit Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und sozialer Absicherung.

Aber: "Wir haben auch Defizite festgestellt, etwa bei der nachhaltigen Landwirtschaft, denn wir setzen immer noch sehr viele Düngemittel ein. Außerdem produziert Deutschland sehr viel Müll - rund 614 Kilogramm pro Kopf im Jahr. Andere Industriestaaten vergleichbarer Größe wie Japan kommen mit nur rund 350 kg pro Kopf aus.

Verbindliche Zusagen für Entwicklungshilfe gefordert

Ein wichtiger Schritt wäre es deshalb für WaterAid, wenn auch Deutschland - wie beispielsweise Großbritannien - per Gesetz festlegen würde, wenigstens 0,7% des Bruttosozialprodukts in die Entwicklungshilfe zu geben. Doch davon ist Deutschland noch weit davon entfernt.

Die Hilfe aus den reichen Staaten ist für die ärmeren Länder nämlich von großer Bedeutung. Jedoch sind auch letztere gefordert, sagt Nwafar. "Einerseits müssen die reichen Länder sicherstellen, dass sie die armen Länder unterstützen, die Ziele zu erreichen. Aber auch die armen Länder müssen wissen, dass die Kultur der Abhängigkeit so nicht weitergehen kann."

Ziel Nr. 13: Kampf gegen den Klimawandel

Es geht aber nicht nur um Armut - auch Maßnahmen gegen den Klimawandel und dessen Folgen sind in den Zielen festgeschrieben. Eine Messlatte für den Erfolg der Nachhaltigkeitsziele werde deshalb der UN Klimagipfel Ende des Jahres in Paris sein. Wenn die Weltgemeinschaft dann keine Einigkeit zeige, sei dies auch kaum für das anspruchsvolle Gesamtpaket zu erwarten.

Mit anderen Worten: Der Gipfel für die Nachhaltigkeitsziele bedeutet zwar den Abschluss mehrjähriger Vorbereitungen und mühsamer Kompromisse - ist aber doch erst das Ende vom Anfang. Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt erst.

Für eine bessere Welt: Die UN-Nachhaltigkeitsziele vor Verabschiedung
Kai Clement, ARD New York
25.09.2015 16:35 Uhr

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