Donald Trump | Bildquelle: REUTERS

Nach Comeys Aussage Trump zu Aussage unter Eid bereit

Stand: 10.06.2017 06:51 Uhr

US-Präsident Trump hat in zentralen Punkten dem Ex-FBI-Chef widersprochen und Comey der Lüge bezichtigt. Trump ist nach eigenen Worten "zu 100 Prozent bereit", unter Eid zur Affäre um mutmaßliche Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams auszusagen.

Nach einer Pause hat sich Präsident Donald Trump im Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort gemeldet. Die Darstellungen des früheren FBI-Direktors James Comey vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats deutete er so: "Trotz der vielen falschen Statements und Lügen, volle Rehabilitation...und WOW, Comey ist ein Leaker."

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Despite so many false statements and lies, total and complete vindication...and WOW, Comey is a leaker!

Der entlassene Comey hatte am Donnerstag vor dem Ausschuss unter Eid angegeben, Teile seiner Gesprächsprotokolle von Unterredungen mit dem Präsidenten über einen Freund einem Journalisten zugespielt zu haben. Er habe damit erreichen wollen, dass ein Sonderermittler eingesetzt wird, so Comey.

Reaktionen nach Comey-Aussage
tagesschau 20:00 Uhr, 09.06.2017, Ina Ruck, ARD Washington

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Trump zur Aussage unter Eid bereit

Im Rosengarten des Weißen Haus widersprach Trump nun zentralen Punkten von Comeys Aussage. Bei einer Pressekonferenz mit dem rumänischen Staatschef Klaus Iohannis beteuerte er, Comey kein Loyalitätsversprechen abgenommen zu haben, anders als dieser behaupte. Auch habe er Comey nicht gebeten, Ermittlungen des FBI gegen den früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen.

Trump sagte, er werde diese Aussagen auch unter Eid wiederholen. "Zu 100 Prozent", sagte der Präsident. Er beantworte diese Fragen gerne dem mittlerweile eingesetzten FBI-Sonderermittler Robert Mueller. Damit steht das Wort des Präsidenten gegen das Wort des früheren FBI-Chefs. Beide bezichtigen sich der Lüge.

Angelegenheit für Trump abgeschlossen

Die Russland-Affäre um eine Beeinflussung der Wahl 2016 sieht Trump für sich als abgeschlossen an. Das habe Comeys Aussage belegt. Er sehe sich vollständig entlastet, bestätigte Trump. Man wolle nun zur Tagespolitik zurückkehren.

Auf die Frage, ob es von den Unterredungen mit Comey im Weißen Haus Aufzeichnungen gebe, sagte Trump ausweichend, dazu wolle er sich "in naher Zukunft" äußern. Der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses forderte das Weiße Haus mittlerweile auf, die möglichen Aufzeichnungen und Notizen auszuhändigen - sofern es sie denn tatsächlich gebe.

"Pandoras Box würde geöffnet"

Mit seinem Angebot unter Eid auszusagen, habe sich Trump in eine schwierige Situation manövriert, meint der Journalist Carl Bernstein, der einst die Watergate-Affäre mit aufdeckte.

"Es wäre die Lizenz für einen Ermittler, in Trumps Vergangenheit herumzustochern im Hinblick auf seine Finanzen, Russland, russisches Geld", sagte er. "Pandoras Box würde geöffnet und Sachen, die Trump jahrelang für sich behalten hat, würden zur Sprache kommen."

Trump ist bereit unter Eid auszusagen
M. Buttler, WDR Washington
10.06.2017 06:52 Uhr

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"Das wäre ein Desaster für Trump"

Auch Douglas Brinkley, der für CNN als Geschichtsexperte in Sachen Präsidenten arbeitet, hält eine Aussage Trumps unter Eid für ein schwieriges Unterfangen.

"Trump ist ein komplizierter Charakter", so Brinkley. "Wenn man den US-Präsidenten für fünf Stunden vor den unabhängigen Sonderermittler setzt, das wäre ein Desaster für Donald Trump."

Sicher ist nach Trumps Statements vor allem eins: Das war die nächste Runde in Sachen Russland-Affäre und Entlassung des FBI-Chefs. Es ist aber noch lange nicht die letzte.

Mit Material von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtetedas Nachtmagazin am 09. Juni 2017 um 01:00 Uhr.

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