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Aung San Suu Kyi hat 13 der vergangenen 19 Jahre im Gefängnis oder unter Hausarrest verbracht. Nun wird ihr in Myanmar erneut der Prozess gemacht. Ihr drohen fünf Jahre Haft. Bei einer Verurteilung würde sie auch während der Wahl im kommenden Jahr im Gefängnis sein
Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Hörfunkstudio Südostasien
[Bildunterschrift: Verkleidete Exilanten protestierten in Bangkok gegen das Militärregime in Myanmar und drohten mit Spielzeuggewehren. ]
Aung San Suu Kyi sei zuversichtlich und rechne bei ihrem heutigen Prozess mit einem Freispruch, sagte ihr Anwalt Kyi Win dem Exil-Magazin "Irrawaddy News". Er hatte die Oppositionspolitikerin am Wochenende in dem berüchtigten Insein-Gefängnis in Rangun besucht. Suu Kyi wird wegen angeblicher Verstöße gegen die Auflagen ihres Hausarrests der Prozess gemacht, weil sie unerlaubten Besuch eines US-Staatsbürgers in ihrem Haus hatte. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu fünf Jahre Haft.
Gestern hatten vor der Botschaft von Myanmar (dem früheren Birma) in der thailändischen Hauptstadt Bangkok myanmarische Dissidenten für eine Freilassung der Friedensnobelpreisträgerin demonstriert. Einige hatten sich als Suu Kyi verkleidet, andere als myanmarische Soldaten, die mit Spielzeuggewehren gegen die Demonstranten vorgingen.
Viele Exil-Myanmaren sind davon überzeugt, dass der mysteriöse Besuch des US-Bürgers im Haus der Friedensnobelpreisträgerin eine Falle der Militärs war, um die Oppositionsführerin weiterhin unter Hausarrest zu stellen oder sogar ins Gefängnis zu stecken. "Jeder halbwegs vernünftige Mensch sieht sofort, dass das eine aufgesetzte Geschichte ist, um sie über die Wahlen im Jahr 2010 hinaus hinter Gittern zu bringen", sagt Myo Naing, der Sprecher des Burma Democratic Network. Seine Organisation sei davon fest überzeugt und er fügt hinzu: "Die Militärregierung in Myanmar hat schon ganz andere politische Verbrechen begangen."
[Bildunterschrift: Exil-Myanmaren bezweifeln die offizielle Version und fordern die sofortige Freilassung der Oppositionspolitikerin. ]Die Militärs in Myanmar sind in den vergangenen Tagen wegen der Inhaftierung von Suu Kyi immer stärker unter Druck geraten. Die Regierungen zahlreicher westlicher Staaten, die Vereinten Nationen und auch mehrere internationale Menschenrechtsorganisationen haben die Anklage gegen die 63-Jährige scharf verurteilt und ihre sofortige Freilassung gefordert. Auch die Organisation der südostasiatischen Staaten ASEAN zeigte sich bestürzt über die Entscheidung ihres Mitgliedslandes Myanmar.
In der Vergangenheit hatten sich die Militärs in Myanmar um internationale Kritik nicht geschert. Maßnahmen des UN-Sicherheitsrates wurden regelmäßig von der Vetomacht China blockiert, die zu den engsten Verbündeten des Regimes gehört.
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