Vermutliche Wahlsiegerin Aung San Suu Kyi in der Menschenmenge: Zehntausend Beobachter hatten den Ablauf der Wahl geprüft | Bildquelle: dpa

Wahl in Myanmar Wahlsieg von Suu Kyi zeichnet sich ab

Stand: 09.11.2015 09:59 Uhr

Offizielle Zahlen gibt es noch nicht, doch die Regierungspartei Myanmars hat bereits massive Verluste bei der Parlamentswahl eingeräumt. Man habe gegen die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi von der oppositionellen Partei NLD verloren.

Die Regierungspartei in Myanmar hat ihre Niederlage bei der Parlamentswahl gegen die Partei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi eingeräumt. "Wir haben verloren", sagte der amtierende Chef der Solidaritäts- und Entwicklungspartei, Htay Oo. Seine militärnahe USDP musste starke Verluste einräumen: "Wir haben sämtliche Sitze in der Region des Irrawaddy-Deltas verloren", sagte Oo.

Das Delta galt als eine Machtbasis der Regierungspartei. Auch der Parteichef verlor seinen Sitz. "Landesweit gab es mehr Niederlagen als Siege", sagte der Parteichef. Seine Partei werde den Ausgang der ersten freien Wahl seit 25 Jahren akzeptieren: Der Wille des Volkes zähle. Myanmar war bis 2011 eine Militärdiktatur.

Offizielle Zahlen liegen noch nicht vor. Die Parteien stützen sich derzeit auf Ergebnisse aus einzelnen Wahllokalen. Die Wahlkommission will am Abend erste Ergebnisse präsentieren.

Suu Kyi: Eine "Vorstellung" von den Ergebnissen

Die oppositionelle Nationalliga für Demokratie (NLD) zeigte sich in ihrer Parteizentrale unterdessen siegesgewiss. "Es ist zu früh, unseren Kandidaten zu gratulieren, aber ihr habt sicher alle eine Vorstellung, wie die Ergebnisse aussehen", sagte die Vorsitzende, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die 15 Jahre unter Hausarrest stand. Die 70-Jährige will Regierungschefin werden.

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Aung San Suu Kyi: Vom Widerstand zum Wahlsieg

Vom Widerstand zum Wahlsieg

Aung San Suu Kyi

Aung San Suu Kyi am Tag nach der Wahl. Die Nationale Liga für Demokratie geht von einem Wahlsieg auf. Am 13. November ist es sicher: Die NLP hat die absolute Mehrheit im Parlament von Myanmar errungen. | Bildquelle: AP

Zehntausend Beaobachter prüften den Ablauf der Wahl

Niemand solle aber herumprahlen, das verletze die Gefühle der Verlierer. Die NLD hatte 1990 auch die bislang letzte freie Wahl in dem früheren Birma gewonnen. Der Sieg wurde jedoch vom Militär nie anerkannt.

Rund 30 der gut 50 Millionen Einwohner konnten am Sonntag erstmals seit 25 Jahren ein Parlament frei wählen. Rund zehntausend Beobachter befanden sich in dem Land, um den Ablauf der Wahl zu prüfen.

Myanmars Opposition spricht von großer Mehrheit
Udo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Singapur
09.11.2015 11:15 Uhr

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