Kinder der muslimischen Minderheit Rohingya in der Provinz Rakhine in Myanmar | Bildquelle: AFP

Lage der Rohingya Myanmar lässt UN-Mitarbeiter ins Land

Stand: 28.09.2017 04:27 Uhr

Die Vereinten Nationen sprechen von einem "ersten Schritt": Erstmals seit Ausbruch des Konflikts in Myanmar können sich UN-Mitarbeiter in Rakhine ein Bild von der Lage der muslimischen Minderheit Rohingya machen. Auch der UN-Sicherheitsrat schaltet sich ein.

Nach internationaler Kritik an der Behandlung der Rohingya-Minderheit in Myanmar können sich Vertreter der Vereinten Nationen ein Bild von der Lage im Bundesstaat Rakhine machen. Die Einladung der Regierung Myanmars sei ein "erster Schritt", um humanitären Zugang zu der Region zu bekommen, sagte ein UN-Sprecher.

Etwa 480.000 Angehörige der muslimischen Volksgruppe der Rohingya sind aus dem buddhistischen Land ins benachbarte Bangladesch geflohen. Nach UN-Angaben könnte diese Zahl auf 700.000 steigen. UN-Einsätze im nördlichen Rakhine lägen wegen der Sicherheitslage und wegen Auflagen der Regierung weiterhin auf Eis, so der Sprecher.

Weitgehend abgeriegelte Region

Seit dem gegen Rohingya-Rebellen gerichteten Militäreinsatz vor vier Wochen, bei dem zahlreiche Ortschaften zerstört wurden, hätten die Vereinten Nationen ihre Arbeit nicht ausüben und auch keine Hilfsgüter verteilen können. Auch das übergangsweise beauftragte Rote Kreuz habe Probleme, die am stärksten betroffenen Gegenden zu erreichen.

Die Vereinten Nationen bezeichneten die Übergriffe gegen die Rohingya als "ethnische Säuberungen" und verlangten seit Ende August vergeblich Zugang zu der weitgehend abgeriegelten Region.

UN-Sicherheitsrat will beraten

Etwa die Hälfte der Flüchtlinge hat nach UN-Angaben noch keine feste Unterkunft und kaum Zugang zu Lebensmitteln und Medikamenten. Bangladesch hat Land zum Aufbau von 14.000 Behausungen für 85.000 Flüchtlingsfamilien bereitgestellt. Grenzwächter sollen eine Weiterreise der Flüchtlinge in andere Landesteile verhindern.

Der UN-Sicherheitsrat will sich heute erstmals in einer offenen Debatte mit der Krise befassen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International drängte ihn, ein Waffenembargo gegen das südostasiatische Land zu verhängen. Die Internationale Flüchtlingsorganisation IOM teilte zudem mit, dass muslimische Rohingya zunehmend von sexuellen Angriffen in Rakhine berichteten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. September 2017 um 04:00 Uhr.

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