Aung San Suu Kyi kommt zur Eröffnung des Parlaments an. | Bildquelle: REUTERS

Nach dem Erdrutsch-Wahlsieg in Myanmar Suu Kyi nominiert Präsidentschaftskandidaten

Stand: 10.03.2016 07:04 Uhr

Die Partei von Suu Kyi hat zwei Kandidaten für das Amt des Präsidenten von Myanmar nominiert. Die Friedensnobelpreisträgerin selbst darf nicht antreten, weil ihre beiden Söhne Briten sind. Bei der Wahl im November hatte die Partei einen Erdrutschsieg eingefahren.

Die Nationale Liga für Demokratie (NLD) von Aung San Suu Kyi hat einen engen Vertrauten der Friedensnobelpreisträgerin als Kandidaten für die Präsidentenwahl in Myanmar vorgeschlagen. Suu Kyis ehemaliger Fahrer, der Universitätsprofessor Htin Kyaw, wurde von der NLD als Kandidat des Unterhauses nominiert. Der 69-Jährige besuchte gemeinsam mit Suu Kyi die Schule und hilft ihr heute bei ihrer gemeinnützigen Stiftung. Zudem wurde Henry Van Hti Yu, Angehöriger der ethnischen Minderheit der Chin und Oberhausabgeordneter der NLD, nominiert.

Die derzeitige Verfassung verbietet es Suu Kyi, selbst Präsidentin zu werden, da ihre beiden Söhne Briten sind. Ihre Verhandlungen mit dem mächtigen Militär über eine Verfassungsänderung, die es ihr erlauben würde, das Präsidentenamt zu übernehmen, waren nicht erfolgreich. Sie kündigte aber bereits an, "über" dem künftigen Präsidenten stehen zu wollen und so die Politik des Landes zu lenken. Die Beratungen über die Wahl des Präsidenten und der beiden Stellvertreter sollen am Freitag beginnen.

alt Eindrücke aus Myanmar

Myanmar

- Staat in Südostasien (Nachbarländer: Thailand, Laos, China, Indien, Bangladesch)
- 51.419.420 Einwohner (2014, Volkszählung)
- Amtssprache: Birmanisch
- eines der ärmsten Länder der Welt
- 2011 vorletzter Platz Transparency Korruptionsindex

Die NLD hatte bei der Parlamentswahl im November fast 80 Prozent der zur Wahl stehenden Sitze gewonnen. Damit steht die jahrzehntelange Vorherrschaft des Militärs in dem südostasiatischen Land vor ihrem Ende. Allerdings behält die Armee auch weiterhin die Kontrolle über wichtige Posten. Auch 25 Prozent der Parlamentssitze gehen gemäß der Verfassung an Kandidaten der Armee. Das Militär bestimmt auch einen der drei Präsidentschaftskandidaten, die beiden anderen werden von den Mitgliedern des Ober- und Unterhauses nominiert. Die Abgeordneten der beiden von der NLD dominierten Parlamentskammern wählen schließlich in einer gemeinsamen Abstimmung das neue Staatsoberhaupt.

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