Parlamentswahl in Myanmar im Herbst Suu Kyis Partei tritt an

Stand: 12.07.2015 14:50 Uhr

Im November wird in Myanmar gewählt. Bislang war unklar, ob dann auch die Partei von Suu Kyi antritt. Das wird sie, gab die Oppositionschefin jetzt bekannt. Sie hofft auf einen Sieg und will dann die Verfassung ändern, die ihr derzeit die Kandidatur für das Präsidentenamt verbietet.

Von Udo Schmidt, ARD-Hörfunkkorrespondent Südasien

Suu Kyi vor der Presse | Bildquelle: AFP
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Verkündet, dass die NLD antritt: Oppositionsführerin Suu Kyi.

"Wir nehmen an den Wahlen teil und rechnen mit deutlichen Stimmengewinnen", teilte Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi einem kleinen Kreis von Journalisten in der Hauptstadt Naypidaw mit. Myanmar sei auf dem Weg zur Demokratie noch nicht am Ziel angekommen, die Teilnahme an der Wahl solle den Fortschritt fördern, erklärte die "Lady" - wie sie im Land genannt wird - weiter. 

Man werde allerdings nicht in allen 1200 Wahlkreisen antreten können. Die Nationale Liga für Demokratie ist nach über zwanzig Jahren Verbot noch nicht im ganzen Land aufgestellt. Wer das kleine Partei-Hauptquartier in Myanmars Metropole Rangun kennt, weiß, dass noch viel zu tun ist.

NLD kann auf Mehrheit hoffen

Aung San Suu Kyi selber, die im Land hochverehrte Oppositionsführerin, ist durch Myanmars Verfassung vom Amt der Präsidentin ausgeschlossen. Paragraph 59 dieser Verfassung von 2008 verbietet es Staatsbürgern mit ausländischen Angehörigen, das Präsidentenamt zu übernehmen. Aung San Suu Kyis verstorbener Ehemann war Brite, ihre beiden Söhne sind es ebenfalls.

Bei den freien Wahlen 1990 hatte die NLD, die Partei der Friedensnobelpreisträgerin, rund 80 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können, das Ergebnis war jedoch von der Militärregierung nicht anerkannt worden. Auch diesmal wird mit einem ähnlich hohen Stimmengewinn der Opposition gerechnet.

Bei Nachwahlen im April 2012 hatte die NLD haushoch gewonnen, seitdem sitzt Aung San Suu Kyi selber im Parlament, seitdem hat jedoch ihr Ansehen auch etwas gelitten. In Ausschüssen etwa musste sie Kompromisse mit der Regierungspartei von Präsident Thein Sein eingehen. International wurde sie zuletzt kritisiert, weil sie sich bisher nicht zur Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Rohingyas in Myanmar geäußert hat.

Myanmars Opposition nimmt an kommender Wahl teil
U. Schmidt, ARD Singapur
12.07.2015 14:07 Uhr

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