Chef der ägyptischen Muslimbrüder festgenommen

Anhänger von Ex-Präsident Mursi (Bildquelle: dpa)

Führende Muslimbrüder verhaftet

Die Verlierer der zweiten Revolution

Nach dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi ist auch der Chef der islamistischen Muslimbrüder, Mohammed Badie, festgenommen worden. Die Militärpolizei habe Badie in der westlichen Stadt Marsa Matruh gefasst, sagte ein Vertreter der Sicherheitsdienste der Nachrichtenagentur AFP.

Mitglieder der Muslimbruderschaft verhaftet

Mohammed Badie, Archiv-Foto (Bildquelle: REUTERS)
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Mohammed Badie wird "Anstiftung zur Tötung von Demonstranten" vorgeworfen.

Ihm werde "Anstiftung zur Tötung von Demonstranten" vorgeworfen. Badie und sein Stellvertreter Chairat al Schater waren zur Fahndung ausgeschrieben gewesen. Sie sollen die tödlichen Zusammenstöße zwischen Anhängern und Gegnern Mursis am Sonntag vor dem Hauptsitz der Muslimbrüder, aus deren Bewegung auch Mursi kommt, in Kairo provoziert haben.

Zuvor waren bereits der Chef der Partei für Freiheit und Gerechtigkeit, des politischen Arms der Muslimbrüder, Saad al Katatni, sowie ein Vize-Chef der Muslimbrüder, Raschad Bajumi, festgenommen worden. Mursi selbst steht an einem unbekannten Ort unter Hausarrest.

Trotz der Festnahmen reichte der zum Übergangspräsidenten ernannte Chef des Verfassungsgerichtes, Adli Mansur, der islamistischen Gruppe die Hand: Sie seien ein Teil der Nation und eingeladen, an deren Gestaltung mitzuwirken.

Dem "Militärputsch" entgegenstellen

Anhänger Von Präsident Mohammed Mursi (Bildquelle: dpa)
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Anhänger des abgesetzten Präsidenten Mursi demonstrieren in Kairo.

Unterdessen riefen die Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed für heute zu einer Demonstration gegen den Staatsstreich auf. Ein Bündnis unter Führung der Muslimbruderschaft forderte zur massenhaften Teilnahme an einem "Freitag der Ablehnung" auf. Die Anhänger des entmachteten Staatschefs sollten auf der Straße friedlich ihren Protest äußern.

Zuvor hatte allerdings ein Vertreter der Muslimbruderschaft vor neuer Gewalt gewarnt. Zwar werde man selbst nicht zu den Waffen greifen, sagte der hochrangige Muslimbruder Mohammed Al Beltagi bei einer Protestaktion vor einer Moschee in Kairo. Andere Gruppen könnten sich jedoch "zurück zur Idee von Veränderung durch Gewalt" gedrängt sehen. Al Beltagi verurteilte das Eingreifen der Armee als einen Militärputsch, dem man sich entgegenstellen werde. In einer Erklärung der Muslimbruderschaft hieß es, man werde mit unrechtmäßigen Machthabern nicht zusammenarbeiten.

Die 85 Jahre alte Muslimbruderschaft hat vor Jahrzehnten der Gewalt abgeschworen. Unter der Herrschaft von Präsident Husni Mubarak wurden die Mitglieder der Organisation verfolgt.

Ägyptischer Übergangspräsident soll Neuwahlen vorbereiten
nachtmagazin 00:30 Uhr, 05.07.2013, Marie-Kristin Boese, SWR

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Stand: 05.07.2013 00:39 Uhr

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